Archiv für die Kategorie „Kongressberichte“

Den Menschen therapieren, nicht nur den Tumor – Lebensqualität steht bei Jahreskongress der Strahlentherapeuten im Fokus

Krebspatienten können durch ihre Erkrankung und deren Symptome schwer belastet sein. Doch auch die Therapie des Tumors kann sie zusätzlich beeinträchtigen: Operation, Chemotherapie und Bestrahlung können Nebenwirkungen und Spätfolgen haben, die die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. „Der gesundheitliche Preis, den Patienten für Heilung oder Lebensverlängerung zahlen müssen, ist in den vergangenen zwanzig Jahren immer stärker in den Fokus der Medizin gerückt“, sagt Tagungspräsident Professor Dr. med. Frederik Wenz. Auf der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) vom 16. bis 19. Juni 2016 in Mannheim wird die Lebensqualität der Patienten nun ein Schwerpunktthema sein.

Lebensqualität_DEGRO 2016

Die Experten der DEGRO stellen auf ihrer Jahrestagung in Mannheim neue Bestrahlungstechniken und Begleitbehandlungen vor, die zum Erhalt oder zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. „Lebensqualität ist ein ganzheitlicher Begriff, der nicht nur körperliche Aspekte umfasst, sondern auch psychische und soziale“, sagt Professor Dr. med. Dirk Vordermark, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale) und Sprecher der DEGRO-Arbeitsgruppe „Lebensqualität und Ethik in der Radioonkologie“.

Ärzte können die Lebensqualität ihrer Patienten jedoch oft nicht richtig einschätzen. So empfinden einige Patienten diese selbst in der Endphase einer unheilbaren Krebserkrankung als gut. Andere, die ihren Krebs bereits überwunden haben und als geheilt gelten, leiden hingegen unter starken Belastungen und Einschränkungen. Als Beispiel nennt Vordermark die Therapie von Prostatatumoren, die oft Inkontinenz oder Impotenz nach sich ziehen kann, oder Sprech- und Schluckstörungen, die durch die Behandlung von Tumoren im Halsbereich entstehen können.

„Lebensqualität ist immer subjektiv“, sagt Dirk Vordermark. „Die Schwierigkeit besteht darin, sie zu objektivieren und messbar zu machen.“ Eine Möglichkeit hierfür bieten standardisierte und auf die jeweilige Krebsart abgestimmte Fragebögen, die von der Quality of Life Group der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) entwickelt wurden.

Mithilfe der Fragebögen schätzen die Patienten selbst ihre Lebensqualität ein. Das Ergebnis ist ein Zahlenwert, der Vergleiche erlaubt. „Wenn die Patienten vor, während und nach der Behandlung befragt werden, können so die Auswirkungen der Therapie auf die Lebensqualität untersucht werden“, erläutert Vordermark. Das sei sowohl bei heilenden, als auch bei palliativen, also lindernden Therapieansätzen wichtig. Ist das Ziel die Heilung, werden kurzfristig auch stärkere Nebenwirkungen in Kauf genommen. Langfristig soll der Patient aber so wenige Einschränkungen wie möglich davontragen. Wird die Strahlentherapie jedoch palliativ eingesetzt, soll sie dazu beitragen, die Lebensqualität rasch zu stabilisieren oder gar zu verbessern.

Wie weit die Lebensqualität des einzelnen Patienten im Klinikalltag mithilfe von Fragebögen erfasst werden kann, wird derzeit in Pilotstudien geprüft. „Solche Rückmeldungen einzuholen ist sehr aufwendig, aber lohnenswert“, sagt Tagungspräsident Wenz, der die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim leitet. Denn wenn der Tumor zwar kleiner werde, es dem Patienten aber subjektiv schlechter gehe, sei nicht viel gewonnen.

Die technischen Fortschritte in der Strahlentherapie ermöglichen es heute, den Tumor gezielt zu bestrahlen und zugleich das gesunde Gewebe zu schonen. „Wir haben bereits viel darüber gelernt, welche Therapiekonzepte und welche Strahlendosis zu einer möglichst guten Lebensqualität führen“, erklärt der DEGRO-Experte. „Allerdings müssen wir dieses Wissen weiter ausbauen, sodass die Patienten noch mehr davon profitieren.“

Quelle: DEGRO – Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

DKK 2016: Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Patienten

Der Berufsverband der Hämatologen und Onkologen (BNHO) weist erneut darauf hin, dass durch die zunehmende wettbewerbliche Orientierung der Leistungsanbieter sich immer mehr Onkologen im Spannungsfeld zwischen ärztlichem Selbstverständnis und harten wirtschaftlichen Zwängen befinden. Krebspatienten erwarten von ihren behandelnden Ärzten zurecht, dass therapeutische Entscheidungen nicht von ökonomischen Interessen beeinflusst werden. Um die patientenorientierte onkologische Versorgung in Deutschland zu erhalten, dürfen Kostendiskussionen ärztliches Handeln nicht überlagern. Und es müssen patientenorientierte – und nicht marktorientierte – Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Schmitz_BNHO Prof. Dr. Stephan Schmitz, Onkologe, Köln

“Der Krebspatient möchte nicht Teil einer Wertschöpfungskette sein. Er erwartet vielmehr eine Versorgung, die sowohl seine qualitativen als auch seine emotionalen und sozialen Ansprüche vollumfänglich erfüllt”, betonte der Vorsitzende des Berufsverbands der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V., Prof. Stephan Schmitz, beim 32. Deutschen Krebskongress in Berlin. Zu einer patientenorientierten Versorgung gehören Schmitz zufolge höchste fachliche Kompetenz, aber auch die Bereitschaft, sich für die Patienten Zeit zu nehmen, ihnen über teilweise viele Jahre als konstanter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und die oft komplexe onkologische Versorgung über die reine onkologische Therapie hinaus zu koordinieren.

Bei einem BNHO-Symposium im Rahmen des Deutschen Krebskongresses diskutierten Onkologen, Versorgungsforscher und Medizinethiker, inwieweit die derzeit im deutschen Gesundheitswesen zu beobachtenden strukturellen Veränderungen die Ansprüche an eine patientenorientierte Versorgung auf Dauer erfüllen können. Bisher wird ein erheblicher Teil der onkologischen Patienten, über 600.000 pro Jahr, wohnortnah in hämatologisch-onkologischen Schwerpunktpraxen versorgt. Seit einigen Jahren drängen aber auch die Krankenhäuser verstärkt in die ambulante onkologische Versorgung. “Das führt leider vielerorts nicht zu einem Wettbewerb um mehr Qualität, sondern zu profitorientierten Versorgungsstrukturen, bei denen der Patient nur eine Nebenrolle einnimmt”, so Schmitz.

Klare Wettbewerbsnachteile für freiberufliche Krebsspezialisten
Ein Kernproblem dabei ist, dass die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen einen fairen Wettbewerb zwischen freiberuflichem Onkologen und Krankenhaus verhindern. Deutlich wird das in einer neuen, vom BNHO beauftragten Studie zur wettbewerblichen Analyse der ambulanten onkologischen Versorgung. Studienleiter Prof. Justus Haucap stellte die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung in Berlin vor. Demnach hätten die freiberuflichen, niedergelassenen Onkologen im derzeitigen Versorgungssystem ganz erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu den Krankenhäusern.

Warnung vor immer stärkerer Industrialisierung der Versorgung
Auf den mittlerweile unübersehbaren Trend zu einer Mengenausweitung weist seit Jahren der Medizinethiker Prof. Giovanni Maio aus Freiburg hin. Beim BNHO-Symposium in Berlin warnte er vor eine Industrialisierung der Krankenversorgung, bei der die eigentliche Leistung des Arztes nicht abgebildet werde und der Patient daher als Person vor lauter diagnostischem und therapeutischem Aktionismus aus dem Blick gerät.

Mittelständisch geprägte Versorgungsstrukturen mit niedergelassenen Fachärzten, die nah am Alltag der Patienten sind, wirken einer Industrialisierung der Medizin entgegen, betonte Dr. Walter Baumann vom Wissenschaftlichen Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) in Köln. Es müssten tragfähige Kooperationsstrukturen geschaffen werden, die ein faires Nebeneinander der Versorgungsebenen ermöglichen, statt einem Verdrängungswettbewerb und einer lokalen Monopolbildung Vorschub zu leisten, die letztlich zulasten des Patienten gehe.

Quelle: BNHO Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland

DKK 2016 – Krankheitsbewältigung: Neue Patientenleitlinie zur Psychoonkologie

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) weist auf eine neue Behandlungsleitlinie zur Psychoonkologie hin, die von der Stiftung Deutsche Krebshilfe und medizinischen Fachgesellschaften gemeinsam mit Patientenvertretern entwickelt wurde.

Patientenleitlinie_Psychoonkologie

Download der Patientenleitlinie

Im Rahmen des laufenden 32. Deutschen Krebskongresses in Berlin ist die neue Patienten-Leitlinie „Psychoonkologie – Psychosoziale Unterstützung für Krebspatienten und Angehörige“ erschienen. Die Empfehlung beruht auf der bereits bestehenden Handlungsempfehlung der ärztlichen S3-Leitlinie “Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten” des Leitlinienprogramms Onkologie und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen. „In dem Zusammenhang wünschen wir uns sehr, dass die Ärzte die neue Empfehlung umsetzen“, so Joachim Böckmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) und Vorsitzender des BPS-Arbeitskreises „Psychoonkologie“ am Freitag in Berlin.

Die Diagnose Krebs verändert das Leben von Patienten und deren Angehörigen. Oftmals sind nicht körperliche sondern seelische und soziale Belastungen die Folge. Hier setzt die Psychoonkologie an, sie hilft Patienten, mit den vielfältigen Veränderungen besser umgehen zu können.

Eine weitere Besonderheit? Die Patientenbroschüre ist in einer laienverständlichen Sprache geschrieben. „Dies ist äußerst wichtig für Patienten und Angehörige. Fachbegriffe sind bei Medizinern an der Tagesordnung, führen aber oft zur Verunsicherung bei Patienten. Dies ist nun vorüber“, so Böckmann weiter. Die neue Patienten-Leitlinie wurde von der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und von den Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) finanziert und gemeinsam mit Patientenvertretern in den vergangenen zwei Jahren entwickelt. Der BPS war an der Erarbeitung intensiv beteiligt. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Gerade viele Männer tun sich mit ihrer Psyche recht schwer! Diese Leitlinie hilft, Ängste und bekannte Zurückhaltung der Männer ein wenig zu überwinden“, so BPS-Vertreter und Mitglied der Arbeitsgruppe Berthold Isele. Ursula Reitberger vom BPS-Arbeitskreis „Frauen“ kommentierte vergangenes Jahr die Konsultationsfassung, sie wünscht sich: „Die Bedeutung der Psychoonkologie sollte an Wert gewinnen, sowohl in der Öffentlichkeit, als auch innerhalb der Ärzteschaft. Es wäre schön, wenn die neue Patientenversion dazu beitragen könnte.“

Quelle: Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. – BPS

DKK 2016: Niedergelassene Hämatologen und Onkologen warnen vor “Rationierung durch die Hintertür”

Der Berufsverband warnt vor einem Angriff auf die Therapiefreiheit zu Lasten der Krebspatienten

Bei der medikamentösen Versorgung von Krebspatienten in Deutschland wird seit Neuestem versucht, wirksame Therapien gezielt von der Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung auszunehmen. Anlässlich des Deutschen Krebskongresses warnt der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e. V. vor dieser „Rationierung durch die Hintertür“.

Rationierung durch die Hintertür

Mit dem so genannten AMNOG-Verfahren wurde in Deutschland vor fünf Jahren ein neues Bewertungsverfahren für innovative Arzneimittel eingeführt, bei dem nach der arzneimittelrechtlichen Zulassung der Patientennutzen im Rahmen einer „frühen Nutzenbewertung“ noch einmal separat abgeschätzt wird. Das Ergebnis der frühen Nutzenbewertung bildet die Grundlage für Preisverhandlungen bzw. Rabattverträge zwischen den pharmazeutischen Unternehmen und den Krankenkassen: Je höher der Zusatznutzen, umso besser ist der Preis, den der Hersteller für sein Medikament im
GKV-System erzielen kann. So weit, so fair. „Mittlerweile ist aber zu beobachten, dass das als Instrument der Preisfindung zwischen Industrie und GKV entwickelte AMNOG-Verfahren dafür missbraucht wird, die Erstattung wirksamer Medikamente bei Krebspatienten einzuschränken und damit in die Therapiefreiheit des Arztes fundamental und unzulässig einzugreifen“, betonte der BNHO-Vorsitzende Prof. Dr. Stephan Schmitz. Hoch wirksame Krebsmedikamente sollen nur noch Krebspatienten zu Lasten der GKV verordnet werden dürfen, bei denen das AMNOG-Verfahren einen Zusatznutzen gegenüber (kostengünstigeren) Vergleichstherapien bescheinigt hat. Damit wäre ein
Medikament ohne Zusatznutzen bei Patienten trotz nachgewiesener Wirksamkeit nicht verordnungsfähig.

Konkret enthält beispielsweise die Arzneimittelvereinbarung zwischen der KV Bayern und bayerischen Krankenkassen einen Passus, wonach „Arzneimittel, bei denen der Gemeinsame Bundesausschuss einen Zusatznutzen festgestellt hat, […] grundsätzlich nur in den Anwendungsgebieten mit Zusatznutzen verordnet“ werden sollen. „Damit wird versucht, in die Therapiekompetenz des Arztes einzugreifen und aus Kostengründen unter dem Mantel einer ‚wirtschaftlichen Verordnung’ Krebspatienten wirksame Medikamente vorzuenthalten. Hier liegt ganz klar eine nicht zulässige Rationierung vor, die die Versorgung verschlechtern und letztlich Leben kosten kann“, betonte Dr. Robert Dengler, der die bayerischen Verhältnisse als Geschäftsführer des BNHO Bayern und aus seiner hämatologisch-onkologischen Schwerpunktpraxis in Regensburg aus erster Hand kennt.

Der BNHO möchte den Deutschen Krebskongress 2016 nutzen, um mit Nachdruck vor dieser gefährlichen Entwicklung zu warnen. Bei einem Kongresssymposium unter dem gemeinsamen Vorsitz des BNHO und der Deutschen Krebsgesellschaft wurde das Thema unter anderem mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und auch der Kostenträger diskutiert. „Es gab Anfang des Jahrtausends im Zusammenhang mit dem Off-Label-Use schon einmal den Versuch, die Verordnung wirksamer Medikamente einzuschränken. Das ist damals zurecht gescheitert. Wir müssen das jetzt
nicht unter anderen Vorzeichen wiederholen“, so Schmitz.

Für die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns betonte Johann Fischaleck, dass das AMONG weder den Stellenwert neuer Arzneimittel innerhalb des medizinischen Standards noch innerhalb der Leitlinien festlege: „Dies müssen die Fachgesellschaften leisten“, so Fischaleck. Seien zwei Interventionen medizinisch vergleichbar, müsse allerdings die kostengünstigere eingesetzt werden.

Der BNHO schließt sich dieser Auffassung im Prinzip an, verwahrt sich aber dagegen, dass Medikamente nur wegen eines nicht nachgewiesenen Zusatznutzens aus der Erstattung genommen werden. Auch ohne Nachweis eines Zusatznutzens handelt es sich um hoch wirksame, arzneimittelrechtlich zugelassene Medikamente. „Gerade bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen ist es häufig notwendig, dass es verschiedene wirksame Medikamente für die Patienten gibt, die in Kombination oder sequenziell eingesetzt werden können. Nur so erreiche man eine lange Tumorrückbildung (Remission). Krebsmedikamente wirken am Anfang häufig sehr gut, dann entwickeln sich aber Resistenzen, und man braucht ein weiteres Medikament – ein wirksames Medikament und nicht nur ein Medikament, das im AMNOG-Verfahren einen Zusatznutzen gezeigt hat“, betonte Schmitz. „Die Entscheidung über diese patientenindividuelle Therapie muss auch in Zukunft allein beim Arzt liegen.“

Quelle: Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V.

Moderne Krebsmedizin: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ

Die Chancen moderner Krebsmedizin: innovative Therapien für den individuellen Patienten

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Derzeit tauschen sich in Berlin Ärzte und Wissenschaftler auf dem 32. Deutschen Krebskongress über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Krebsmedizin aus ‒ der DKK ist der größte onkologische Fachkongress im deutschsprachigen Raum. Als roter Faden durch das wissenschaftliche Programm zieht sich das Konzept der sogenannten P4-Medizin des US-Biomediziners Leroy Hood. Er beschreibt eine moderne Medizin, deren Kerngedanke es ist, wirksam Krankheiten vorzubeugen, mittels fortschrittlicher Methoden präzise Diagnosen zu stellen und innovative, individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien zu entwickeln. Der Patient selbst soll Teil des Behandlungsteams sein und aktiv an seiner Genesung mitwirken, beispielsweise bei wichtigen Therapieentscheidungen.„Dafür stehen die vier P: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ“, so die Kongresspräsidentin Professor Dr. Angelika Eggert im Rahmen der Auftaktpressekonferenz. „Wir haben dieses Motto gewählt, weil uns die P4-Medizin die große Chance bietet, uns im Sinne des Patienten von einer eher reaktiven zu einer proaktiven und individualisierten Medizin hin zu bewegen.“ Die Entwicklung und Anwendung solch einer personalisierten Medizin wäre der Anfang eines grundlegenden Wandels in der Versorgung krebskranker Menschen.Dies beginnt schon bei der Diagnose: „Momentan verlassen wir uns bei der Diagnosestellung noch weitgehend auf Techniken, die an der Oberfläche der Zelle haltmachen. Wir betrachten den Tumor gewissermaßen von außen“, betonte Professor Dr. Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. „Wir brauchen eine Diagnostik, die es uns ermöglicht, auch in die erkrankte Zelle hineinzuschauen. Nur so können wir die deregulierten Signalwege in einer Krebszelle identifizieren, und nur dann können wir den Patienten maßgeschneidert behandeln.“Doch auch genaue Voraussagen über Krankheitsverlauf und Therapieerfolg sind ein wichtiger Teil der personalisierten Medizin, wie der Kongressvizepräsident Professor Dr. Ulrich Keilholz erläuterte: „Tumoren besitzen charakteristische Merkmale – wie etwa Veränderungen im Erbgut – oder sondern bestimmte Eiweiße ab, die im gesunden Gewebe normalerweise nicht vorkommen. Diese Tumormarker lassen sich dann beispielsweise im Blut oder Urin eines Patienten nachweisen.“ Anhand bestimmter Marker lasse sich etwa individuell feststellen, wie aggressiv sich ein Tumor im jeweiligen Patienten verhalten wird. „Moderne Techniken erlauben es uns, Tumorproben molekular zu charakterisieren und auf diese Weise neue Tumormarker zu identifizieren.“

Anhand der Forschungsergebnisse der Wissenschaftler um Professor Dr. Matthias Fischer von der Universitätskinderklinik zu Köln wird deutlich, wie wichtig die genaue molekulare Charakterisierung von Tumoren für die Entwicklung verbesserter Therapien ist. Der Mediziner untersucht genetische Veränderungen im Neuroblastom, das zu den häufigsten Tumorarten im Kindesalter gehört. In manchen Fällen bildet sich das Neuroblastom ohne jegliche Therapie komplett zurück, bei anderen Patienten jedoch schreitet es trotz Therapie unaufhaltsam voran. Die Gründe dafür waren bisher weitgehend unbekannt. Die Kölner Wissenschaftler konnten nun die genetischen Veränderungen, die zu einem aggressiven Krankheitsverlauf führen, identifizieren. „Unsere Erkenntnisse verändern unser Verständnis der Entwicklung des Neuroblastoms fundamental und könnten in Zukunft Diagnostik und Therapie des Neuroblastoms maßgeblich beeinflussen“, so Professor Fischer.

Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, hält es für wichtig, bei allen Diskussionen zu den verschiedenen Themenkomplexen des Kongresses immer die Patientenbelange im Blick zu haben. Dabei dürfe auch der zwischenmenschliche Aspekt der Krebsmedizin nicht vernachlässigt werden. „Der Krebspatient von heute möchte als aktiver, gleichberechtigter Partner angesprochen werden. Die traditionell geprägte Arzt-Patient-Beziehung ist ein Auslaufmodell – der paternalistisch handelnde Arzt hält den heutigen Herausforderungen nicht mehr stand. Die Patienten wollen aktiv zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes beitragen und mitentscheiden.“ Hierbei gelte es insbesondere, die kommunikativen Kompetenzen von Ärzten und anderen Heilberuflern zu verbessern sowie die Gesundheitskompetenz der Allgemeinbevölkerung und insbesondere der Krebspatienten zu stärken.

Quelle: Pressestelle Deutscher Krebskongress – Stiftung Deutsche Krebshilfe; Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Genetisches Profiling – In der Krebsmedizin ist die genetische Diagnostik mittlerweile unverzichtbar

Genetisches Profiling - In der Krebsmedizin mittlerweile unverzichtbar
Anlässlich des 32. Deutschen Krebskongresses 2016 in dessen Rahmen am 27. Februar auch der Krebsaktionstag für Laien und Betroffene angeboten wird, hat die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der Berliner Krebsgesellschaft drei Referenten interviewt, die wir hier ungekürzt veröffentlichen möchten.

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Noch vor wenigen Jahren war die DNA-Sequenzierung ausschließlich ein Werkzeug der Grundlagenforscher zur Entschlüsselung des genetischen Codes. Mittlerweile hat diese Technik Einzug in die Klinik gehalten. Denn Genmutationen, die man im Tumor findet, können wertvolle Informationen für die gezielte Therapieauswahl liefern.

Prof. Dr. Christoph Röcken, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pathologie in der Deutschen Krebsgesellschaft, erklärt im Interview, wie ein genetisches Tumorprofil erstellt wird und beschreibt die Herausforderungen.

Herr Professor Röcken, können Sie Beispiele nennen, wo eine Genveränderung im Erbgut des Tumors heute schon den Weg zur gezielten Therapie weist?

Das gilt mittlerweile beim Dickdarmkrebs, beim Lungenkrebs, beim schwarzen Hautkrebs, bei Hirntumoren und seit 2015 auch beim Eierstockkrebs. Bei diesen Krebsarten erhalten Pathologen häufig den Auftrag, herauszufinden, ob der Tumor bestimmte Mutationen trägt.

Wie wird das Ausgangsmaterial für die Analyse gewonnen?

Wir starten mit Biopsiematerial oder mit Tumorgewebe aus einer OP und fertigen daraus zunächst Gewebeschnitte an. Anschließend grenzen wir unter dem Mikroskop das Tumorareal ein und berücksichtigen dabei die Heterogenität des Tumors. Die fraglichen Areale werden gezielt herauspräpariert (mikrodisseziert), man gewinnt daraus die DNA und untersucht sie anschließend mit einer DNA-Sequenzierung auf Mutationen.

Welche Sequenzierungsmethoden kommen dabei zum Einsatz?

In der diagnostischen Routine geht es häufig um die Frage, ob ein bestimmtes Gen eine bestimmte Mutation trägt. D.h. der entsprechende Gen-Abschnitt wird zunächst vervielfältigt und dann einer klassischen Sanger-Sequenzierung unterzogen. Mittlerweile sind aber viele Gene bekannt, die in der Diagnostik und Therapie eine Bedeutung haben. Will man die alle mit der klassischen Methode überprüfen, muss man jedes Gen einzeln sequenzieren – ein enormer Zeitaufwand. Das Next Generation Sequencing, kurz NGS, erlaubt die parallele Sequenzierung vieler Gene. Damit lassen sich z. B. 10 bis 40 Gene auf einmal untersuchen, und zwar in einer sogenannten Panel-Sequenzierung. Das steigert die Effizienz der Sequenzierung enorm.

Mit sogenannten Liquid Biopsies wollen die Experten mittlerweile auch im Blut nach der mutierten Krebs-DNA suchen. Wie zuverlässig ist diese Diagnostik?

Dass Tumor-DNA oder auch Tumorzellen im Blut vorkommen, weiß man schon länger. Hämatologen nutzen das bei bestimmten Leukämien, und zwar zur Bestimmung der Resterkrankung nach der Therapie. Diese Leukämien tragen eine charakteristische Mutation; je geringer die Konzentration an mutierter DNA im Blut, desto geringer die minimale Resterkrankung. Auch solide Tumoren können beim Untergang von Tumorzellen DNA ins Blut freisetzen. Das gilt allerdings nicht für alle Tumorarten in jedem Tumorstadium. Annähernd 100% der Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs weisen zirkulierende Tumor-DNA im Blut auf, nur 40% beim Prostata- oder Nierenkarzinom, und beim Hirntumor findet man gar keine Tumor-DNA im Blut.

Gibt es noch weitere Einschränkungen?

Man muss die Mutation, nach der gesucht werden soll, genau kennen. Eine Liquid Biopsy zur Suche nach einer Genveränderung, die der Tumor gar nicht trägt, macht keinen Sinn. An der Erstellung eines genetischen Profils des Tumors kommt man also nicht vorbei. Außerdem kommen einige der Mutationen, die wir in bösartigen Tumoren finden, auch bei gutartigen Tumoren vor. Insgesamt ist also noch einiges an Standardisierung und Qualitätssicherung nötig, bevor die Liquid Biopsy bei Patienten mit soliden Tumoren routinemäßig angewendet werden kann. Zur Überprüfung des Therapieansprechens bei Patienten mit einer hohen Tumorlast könnten Liquid Biopsies aber durchaus nützlich sein.

Was verändert sich durch die genetische Diagnostik in der Pathologie?

Für die Einteilung von Tumoren ist sie mittlerweile unverzichtbar und ich sehe darin eine große Chance, um die Therapie noch genauer auf die Biologie des Tumors abstimmen zu können. Natürlich unterliegt diese Art der Diagnostik einer großen Dynamik, und wir sind gefordert, mit dem raschen Zuwachs an Wissen und der Entwicklung neuer Methoden Schritt zu halten. Deshalb sind Kongresse wie der DKK 2016 wichtig, bei dem die Experten zusammenkommen, um ihr Wissen auszutauschen. Vor allem im translationalen Programmteil des DKK 2016 sind die Themen Molecular Diagnostics, Next Generation Sequencing und Liquid Biopsy vertreten. Ich verspreche mir interessante Beiträge und spannende Sitzungen vom DKK 2016.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe

15. Niedersächsischer Krebsinformationstag am 7. November in Braunschweig

151029 KIT BS 2015 WEB

Immuntherapien gegen Krebs – NEU – VIDEO

Einführung und Überblick über die neue Säule der Krebstherapie

Prof. Dr. Stefan Frühauf erläutert die neuen Behandlungsmöglichkeiten mittels Immuntherapie

Immuntherapie bei Lungenkrebs – ASCO 2015

Lungenkrebspatienten, die einen Rückfall erleiden, überleben im Schnitt länger, wenn sie mit einem immunstimulierenden Antikörper behandelt werden, im Vergleich zur bislang üblichen Chemotherapie. Dies ist das Ergebnis einer bahnbrechenden Studie, die jetzt erstmalig auf dem Amerikanischen Krebskongress (ASCO) in Chicago präsentiert wurde. In die Leitung der Studie einbezogen waren das Westdeutsche Tumorzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und die Abteilung Thorakale Onkologie der Ruhrlandklinik.

Gleichzeitig wurden die Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht, einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften. Untersucht wurden 272 Patienten, die einen Rückfall eines Plattenepithelkarzinoms der Lunge erlitten hatten. Sie wurden mit dem immunstimulierenden Antikörper Nivolumab behandelt und mit dem bisherigen Standard, einer Chemotherapie mit Docetaxel, verglichen. Die immuntherapeutisch behandelte Patientengruppe hatte eine deutlich längere, mittlere Überlebenszeit.

„Dies ist der erste überzeugende Wirkungsnachweis einer Immuntherapie bei Lungenkrebs“, so Dr. Wilfried Eberhardt, Oberarzt der Inneren Klinik (Tumorforschung). „Wir sind froh, dass wir am Westdeutschen Tumorzentrum zu diesem großen Fortschritt in der Behandlung von metastasiertem Lungenkrebs beitragen konnten.“ Er geht davon aus, dass Lungenkrebs neben dem schwarzen Hautkrebs die zweite Erkrankung ist, bei der die neue Klasse der anti-PD1-Antikörper zur Therapie zugelassen wird. In Chicago wurden weitere Daten präsentiert, die deren Wirksamkeit auch bei anderen Formen von Lungenkrebs demonstrierten.

„Derzeit prüfen wir in klinischen Studien, wie wirksam immunstimulatorische Antikörper bei verschiedenen, fortgeschrittenen Tumorerkrankungen sind“, ergänzt Professor Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung). „Wir sind optimistisch, dass künftig viele Krebspatienten von dieser neuen Behandlung profitieren werden.“

Quelle: Beate Kostka M.A. Ressort Presse – Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

Weitere Informationen: Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de


Weitere Informationen mit Abstract der Studie im New England Journal of medicine:

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1504627?af=R&rss=currentIssue

„Knochenmetastasen können das Leben zur Hölle machen“

Knochenmetastasen sind  Komplikationen, die im Verlauf einer fortgeschrittenen Krebserkrankung auftreten können. Sie sind schmerzhaft und führen häufig zu sogenannten „skelettalen Ereignissen“, die in der englischen Fachsprache als skeletal-related events (SRE) bezeichnet werden. Klinisch können sich diese SRE in starken Schmerzen, Knochenbrüchen, Rückenmarkskompressionen bis hin zur Querschnittslähmung äußern. Eine SRE kann auch die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs am Knochen sein. Diese Skelettkomplikationen gehen mit einer verkürzten Überlebenszeit, verlängerten Krankenhausaufenthalten und erhöhten Behandlungskosten einher. Für den Patienten bedeuteten sie vor allem eine Einschränkung ihrer Mobilität bis hin zur Bettlägerigkeit, Verlust der Selbstständigkeit und damit Verschlechterung der Lebensqualität. Patienten mit Knochenmetastasen leiden sehr häufig an Knochenschmerzen. Oberste therapeutische Ziele bei Knochenmetastasen sind die Reduktion der Schmerzen und der skelettalen Komplikationen.

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Diese SRE sowie deren modernen Behandlungsmöglichkeiten standen im Mittelpunkt eines Vortrags von Prof. Dr. Ingo Diel, einer der führenden Experten auf dem Gebiet des Knochenstoffwechsel bei Krebserkrankungen (Osteoonkologie) im Rahmen des Münchener Fachpresseworkshops im Sommer 2014. Häufig sind Knochenschmerzen das erste Symptom bei Knochenmetastasen, erklärte Diel den anwesenden Pressevertretern.

Fünf Tumorentitäten sind für ca. 90% der Knochenmetastasen verantwortlich. Besonders häufig treten Knochenmetastasen bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs auf. Die jährlichen Neuerkrankungszahlen liegen in Deutschland bei ca. 150.000 Patienten pro Jahr, sagte Prof. Diel. Durch eine optimale Behandlung kann das Auftreten einer skelettalen Komplikation verringert oder verzögert werden. „Das Behandlungsziel ist in dem Fall nicht die Verlängerung des Überlebens. Ziel ist es, möglichst wenig Zeit mit skelettalen Komplikationen leben zu müssen, also eine Verlängerung der symptomfreien Zeit“, berichtete Prof. Dr. Diel.

Das oberste Behandlungsprinzip sei die Kenntnis und der Einsatz aller therapeutischen Möglichkeiten. Die optimale Behandlung der Knochenmetastasen schließt NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) bei geringen Schmerzen sowie Opioide und Opiate bei starken Schmerzen ein, des Weiteren Radionuklide, die Radiotherapie als Standard auch bei Schädigungen ohne erkennbare Symptome (asymptomatischen Läsionen), Operationen bei lokaler Begrenzung und Knochenbruchgefahr sowie gegen die Knochenzerstörung gerichtete (antiosteolytische) Therapie mit Bisphosphonaten und Denosumab.

Denosumab ist ein voll humaner monoklonaler Antikörper und verlängert deutlich die Zeit bis zur ersten Knochenkomplikation. In drei randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Zulassungsstudien mit insgesamt mehr als 5.700 Patienten mit Knochenmetastasen wurden Denosumab plus Scheinmedikament (Placebo) im Vergleich zu Zoledronsäure plus Placebo verglichen. Die Zeit bis zur ersten skelettbezogenen Komplikation wurde in der mit Denosumab behandelten Gruppe um 8,2 Monate deutlich verlängert, was einer Risikosenkung um 17% entspricht. Es traten insgesamt weniger Knochenbezogene Nebenwirkungen unter Denosumab auf, wobei die Zeit bis zum Auftreten der ersten wie auch ersten und folgenden Komplikationen unabhängig vom Typus der Komplikation und auch unabhängig vom Tumortyp verzögert wurde.

Knochenschmerzen gehen einher mit eingeschränkter Lebensqualität, mit Immobilität, Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen. Somit kann mit einer Schmerzprävention die Lebensqualität erhalten bleiben, wie auch eine Analyse der Denosumab-Zulassungsstudien zeigte. Die Zeit bis zum Auftreten moderater oder starker Schmerzen bei Patienten mit leichten oder ohne Schmerzen (0-4) zu Studienbeginn betrug im Mittel 5,8 Monate unter Zoledronsäure im Vergleich zu 9,7 Monate unter Denosumab. Dies ist nicht ganz eine Verdopplung der Zeit.

Prof. Diel wies in der anschließenden Diskussion darauf hin, dass der Calciumgehalt im Blut während der Behandlung mit Denosumab vom Arzt sorgfältig beobachtet werden solle und sprach sich dafür aus, zusätzlich Kalzium und Vitamin D zu verabreichen.

Wo eine Wirkung ist, da kann auch eine unerwünschte Nebenwirkung auftreten. Daher sollten Patienten, die mit Substanzen gegen Knochenmetastasen behandelt werden, auf  veränderte Körperwahrnehmungen achten, wie beispielsweise neu auftretenden Schmerzen am Skelettsystem, Hautveränderungen, Empfindungsstörungen an Händen und Füßen, Muskelkrämpfe oder ständige Müdigkeit. Treten solche Symptome auf, so sollten sie unmittelbar dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.