Archiv für die Kategorie „Psyche/Bewältigung“

Spiritualität – der Anker in Krisenzeiten

Bild 1_Spiritualität Huth

So gut wie jeder von uns hat einmal in einer brenzligen Situation oder vor der Bewältigung einer schwierigen Aufgabe gestanden und dann ein Stoßgebet (zu wem auch immer!!!) losgeschickt: Lass es gut gehen! Lass es klappen! Lass mich siegen – oder ganz einfach – beschütze mich!

Ganz gleich an wen diese Bitten gerichtet sind, haben wir gehofft, dass eine höhere Instanz es schon für uns und zu unseren Gunsten regeln und in ihre Hände nehmen wird. Für die einen gehört dies zum Teil ihres Glaubens, ihrer Religiosität. Für andere ist es eine Art Urvertrauen durch eine Macht und Stärke – sei es von innen oder außen – getragen zu werden.

Vor allem im Zusammenhang mit einer Erkrankung kommen wir ins Nachdenken, suchen wir nach einem „Ankerplatz“, nach Orientierung, nach etwas was uns hält. Wir brauchen Impulse und Perspektiven, die uns die Kraft und den Mut geben, weiter zu machen, nicht aufzugeben – selbst wenn es in der Situation besonders schwer fällt und wir physisch wie auch psychisch an unsere Grenzen stoßen.

Egal ob Christ, Muslim, Buddhist, Jude, gläubig oder nicht, gibt es im Leben eines Menschen eine Kraft, die ihn trägt und hoffen lässt. Nennen wir sie einmal generell Spiritualität. Spiritualität (von lat. spiritus – Geist, bzw. spiro – ich atme) bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und bezeichnet eine auf einen geistlichen Inhalt ausgerichtete Haltung. Während Religiosität Ordnung sowie Vielfalt in der Welt und gleichzeitig auch die Empfindung einer übergeordneten Wirklichkeit meint (Transzendenz), beinhaltet Spiritualität eine Hinwendung und/oder das aktive Praktizieren einer als richtig/passend empfundenen Glaubenshaltung oder Philosophie. Daraus lässt sich folgern, dass Spiritualität auch Auswirkungen auf die persönliche Lebensgestaltung und nicht zuletzt auch auf die Krankheitsbewältigung eines Menschen hat.

Sinnfragen

Schon immer hat sich der Mensch mit Fragen des Daseins, der Welt und der eigenen Existenz beschäftigt. „Mit dem Begriff Spiritualität wird eine nach Sinn und Bedeutung suchende Lebenseinstellung bezeichnet.“[i]Vor allem im Moment gesundheitlicher Beeinträchtigungen kommen diese Sinnfragen noch deutlicher zum Vorschein. „Warum trifft es mich?“ „Was habe ich verkehrt gemacht?“ „Was/wer kann mir helfen?“ „Wofür lebe ich?“ „Wie war mein Leben bisher? Wie wird es künftig sein?“ Vieles macht im Falle einer Erkrankung zunächst keinen Sinn, bleibt unverständlich, nebulös. Oft wird Krankheit als Sinnvernichter, als Zeit- und Lebensräuber gesehen. Aber viele Menschen beginnen erst im Angesicht einer ernsthaften Erkrankung mit einem viel bewussteren, intensiveren, achtsameren Leben.

Befragt man Patienten nach ihren persönlichen Ausdrucksformen und Ideen von Spiritualität, so können mindestens sieben Faktoren ausfindig gemacht werden[ii]:

 

Spiritualität Abb2_Huth

Spiritual Care

Mit Spiritual Care ist zunächst einmal die (gemeinsame) Sorge um die Möglichkeit der Teilhabe und Teilnahme an einem als sinnvoll erfahrenen Leben gemeint. In diesem Zusammenhang ist an den Grenzen zwischen Medizin, Theologie/Seelsorge, Psychologie und auch Pflege eine noch sehr neue und junge wissenschaftliche Disziplin[iii]  entstanden, die sich interdisziplinär und stark patientenorientiert mit der Begleitung (schwerst-)kranker Patienten befasst. Es handelt sich dabei um eine ganzheitliche Versorgung erkrankter Menschen, bei der neben der medizinischen Versorgung auch das seelische Wohl im Mittelpunkt steht. Das Aufspüren, Entwickeln und Leben von Spiritualität ist eng geknüpft an Aspekte wie Sinnsuche und Trost, an die mentalen, emotionalen Bedürfnisse eines Menschen in einer Krankheitssituation.

Besonders im Falle einer Erkrankung erwacht bei vielen Menschen das Verlangen nach einer spirituellen Begleitung, einem spirituellen Halt, der dabei auch nicht immer rein religiös ausgeprägt sein muss. Insofern ist mit der Frage, was einen Menschen trägt und ihm Halt gibt, auch die Einsicht verbunden „Man kann nicht nicht spirituell sein“[iv]. Die Aufgabe von Spiritual Care ist dabei, die spirituellen Ressourcen, die jeder Mensch besitzt, freizulegen und im achtsamen Umgang mit der Individualität jedes Einzelnen zu fördern und dafür in der Achtung gegenüber der jeweiligen Religion oder Überzeugungen Raum zu schaffen – auf dem Weg zu Hoffnung und Vertrauen.

Spiritualität Abb3_Fragestellungen

Lebensqualität

Gut ist, was gut tut – in diesem Kontext mehren sich inzwischen auch die Hinweise aus der Wissenschaft, dass Spiritualität einen erheblichen Anteil bei Heilungsprozessen hat. So sieht der Heidelberger Biophysiker M.H. Niemz den Faktor Spiritualität als „Wahrheit, die von innen kommt“[v]. D.h. mittels Spiritualität schafft sich der Mensch seinen eigenen persönlichen, heilsamen, tröstlichen Kosmos, seinen sicheren Ort und aus dieser Perspektive heraus, kann sich auch der Glaube an sich selbst entwickeln (Selbstwirksamkeit!). Auf medizinischem Gebiet existieren bereits zahlreiche Studien, die eine positive Wechselwirkung zwischen Spiritualität und Lebensqualität belegen.[vi] So forschen der Mediziner E. Frick und Theologe T. Roser gemeinsam an Fragestellungen zur Wirksamkeit von Spiritualität insb. bei den Heilungs- und Gesundungsprozessen onkologischer Patienten.[vii] Hierbei hat sich auch bestätigt, dass vor allem Krankenhäuser als hochspirituelle Orte gelten, da in ihnen viele Prozesse der Krankheitsverarbeitung, des Bangens und Hoffens stattfinden. Befragungen haben ebenfalls gezeigt, dass Familie/Freunde, sowie Beschäftigte in Gesundheitsberufen und auch andere Unterstützer wie Seelsorger und Psychologen zu den häufigsten spirituellen Begleitern bei einer Erkrankung gehören.[viii]

 

 Heilung – von Cure zu Heal

Nicht immer können Mediziner dem Anspruch und der Erwartung gerecht werden, eine (vollständige) medizinische Heilung oder Gesundung zu leisten. Im deutschen Sprachgebrauch ist mit Heilung vordergründig erst einmal die physische Genesung gemeint. Im angloamerikanischen Raum trifft man dagegen auf eine sprachliche Differenzierung die den Fokus auch auf eine mentale Gesundung (u.a. mittels Spiritualität!), trotz physischer Einschränkungen lenkt und zulässt (engl. to heal). Denn es müssen in der medizinischen Realität nicht selten Kompromisse geschlossen werden, bei der sich eine Heilung eher auf emotionaler, denn auf physischer Ebene vollziehen muss[ix], vor allem dann wenn eine Erkrankung nicht vollständig kuriert werden kann und man künftig als Chroniker mit den Folgen, bzw. Begleiterscheinungen der Krankheit umzugehen hat – gemäß des bereits seit Jahrhunderten existenten Leitspruch der Cura Palliativa „Heilen manchmal, lindern oft und trösten immer“. Insofern befindet sich auch das Erleben und Praktizieren von Spiritualität in einem besonderen Prozess des menschlichen Daseins, in der ein Individuum entsprechende Bezugsgrößen braucht und sucht, eng gekoppelt an eine Sinnfindung, um sie dann für sich zur persönlichen Lebensphilosophie (Transzendenz) zu machen. Dies erleichtert den Umgang mit der Krankheit.[x]

 

Hoffnung

Spiritualität ist „jede Erfahrung, bei der Menschen sich mit dem (heiligen) Geheimnis des Lebens in Verbindung wissen, erklärt der Krankenhausseelsorger Erhard Weiher.[xi] Spiritualität erinnert daran, dass Wunder möglich sind, so wie in der Erzählung vom Hauptmann von Kafarnaum im Evangelium nach Matthäus (8,5-13) „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ Spiritualität schafft Hoffnung dass es irgendwie weitergeht, auch wenn Situationen ausweglos erscheinen, wie es Dietrich Bonhoeffer in seinem Bekenntnis „von guten Mächten treu und still umgeben“ beschreibt. Spiritualität ist somit ein wichtiges Schutzschild für alles, was den Menschen in seinem Leben an Widrigkeiten ereilen kann und ihm hilft dies zu überstehen.

von Dr. Iris Huth,
Psychoonkologin,
Lehrbeauftragte der FH Düsseldorf,
Sozialwissenschaftlerin,
Fachwirtin für das Sozial- und Gesundheitswesen,
Mediatorin
 

[i] Büssing, A. et al. Spiritualität, Krankheit und Heilung – Bedeutung und Ausdrucksformen der Spiritualität in der Medizin. VAS-Verlag für Akademische Schriften 1/2006, S. 31ff

[ii] Ebd.

[iii] Seit 2010 erstes Studienfach dieser Art an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Lehrstühlen des Theologen Traugott Roser und des Psychoanalytikers Eckhard Frick, sowie des Mediziners Gian Domenico Borasio.

Frick, E./Roser, T. Spiritualität und Medizin. Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen.

[iv] Vgl. www2.evangelisch.de Interview mit Traugott Roser „Man kann nicht nicht spirituell sein.“

[v] Niemz, MH. Sinn- Ein Physiker verknüpft Erkenntnis mit Liebe, Freiburg 2013 S. 45.

[vi] Büssing, A./Kohls, N. (Hrsg.) Spiritualität transdisziplinär. Wissenschaftliche Grundlagen in Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit. Berlin 2011.

[vii] Frick, E./Roser, T. Spiritualität und Medizin. Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen. Stuttgart 2011.

[viii] Büssing, A./Kohls, N. (Hrsg.) ebd. 2011, S. 55ff

[ix] Frick, E. Sich heilen lassen. Würzburg 2011, S. 17ff.

[x] Wright, M. Hospice Care and Models of Spirituality, in: European Journal of Palliative Care 11/2004/ Heft 2, S. 75-78.

[xi] Weiher, E. Das Geheimnis des Lebens berühren. Spiritualität bei Krankheit, Sterben, Tod. Eine Grammatik für Helfende. Stuttgart  2008, S. 34.

DKK 2016 – Krankheitsbewältigung: Neue Patientenleitlinie zur Psychoonkologie

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) weist auf eine neue Behandlungsleitlinie zur Psychoonkologie hin, die von der Stiftung Deutsche Krebshilfe und medizinischen Fachgesellschaften gemeinsam mit Patientenvertretern entwickelt wurde.

Patientenleitlinie_Psychoonkologie

Download der Patientenleitlinie

Im Rahmen des laufenden 32. Deutschen Krebskongresses in Berlin ist die neue Patienten-Leitlinie „Psychoonkologie – Psychosoziale Unterstützung für Krebspatienten und Angehörige“ erschienen. Die Empfehlung beruht auf der bereits bestehenden Handlungsempfehlung der ärztlichen S3-Leitlinie “Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten” des Leitlinienprogramms Onkologie und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen. „In dem Zusammenhang wünschen wir uns sehr, dass die Ärzte die neue Empfehlung umsetzen“, so Joachim Böckmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) und Vorsitzender des BPS-Arbeitskreises „Psychoonkologie“ am Freitag in Berlin.

Die Diagnose Krebs verändert das Leben von Patienten und deren Angehörigen. Oftmals sind nicht körperliche sondern seelische und soziale Belastungen die Folge. Hier setzt die Psychoonkologie an, sie hilft Patienten, mit den vielfältigen Veränderungen besser umgehen zu können.

Eine weitere Besonderheit? Die Patientenbroschüre ist in einer laienverständlichen Sprache geschrieben. „Dies ist äußerst wichtig für Patienten und Angehörige. Fachbegriffe sind bei Medizinern an der Tagesordnung, führen aber oft zur Verunsicherung bei Patienten. Dies ist nun vorüber“, so Böckmann weiter. Die neue Patienten-Leitlinie wurde von der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und von den Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) finanziert und gemeinsam mit Patientenvertretern in den vergangenen zwei Jahren entwickelt. Der BPS war an der Erarbeitung intensiv beteiligt. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Gerade viele Männer tun sich mit ihrer Psyche recht schwer! Diese Leitlinie hilft, Ängste und bekannte Zurückhaltung der Männer ein wenig zu überwinden“, so BPS-Vertreter und Mitglied der Arbeitsgruppe Berthold Isele. Ursula Reitberger vom BPS-Arbeitskreis „Frauen“ kommentierte vergangenes Jahr die Konsultationsfassung, sie wünscht sich: „Die Bedeutung der Psychoonkologie sollte an Wert gewinnen, sowohl in der Öffentlichkeit, als auch innerhalb der Ärzteschaft. Es wäre schön, wenn die neue Patientenversion dazu beitragen könnte.“

Quelle: Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. – BPS

DKK 2016: Krebsprävention: Vernachlässigter Bereich unseres Gesundheitswesens?

Krebsprävention und Krebsfrüherkennung sind die wichtigste Basis für ein Leben ohne Krebs. Angesichts steigender Neuerkrankungszahlen müsse in Deutschland jedoch deutlich mehr als bislang in diesen Bereichen getan werden, so das Experten-Fazit auf einer Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2016. Auf der Veranstaltung wurden aktuelle Erkenntnisse aus der Präventionsforschung vorgestellt und Maßnahmen aus dem Bereich der Primärprävention, der Früherkennung und der Prähabilitation diskutiert.

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„Wir haben mittlerweile Belege dafür, dass eine nachhaltige Änderung des Lebensstils tatsächlich etwas bringt. Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört oder bei einem Body-Mass-Index von mehr als 30 sein Gewicht reduziert, der kann auch tatsächlich sein Krebsrisiko senken“, erklärte Prof. Dr. Olaf Ortmann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Krebsgesellschaft auf der Veranstaltung. Jetzt gehe es vor allem darum, die entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen zu formulieren, sowohl für die Aufklärung der Bevölkerung als auch zur Risikovermeidung. „Leider wissen wir zu wenig darüber, wie wir große Bevölkerungsgruppen nachhaltig zur Vermeidung von Risiken motivieren und dabei unterstützen können. Hier ist deutlich mehr wissenschaftliche Forschung notwendig“, so Ortmann.

Für strukturierte und qualitätskontrollierte Konzepte zur risikoadaptierten Prävention bei erblich bedingten Krebserkrankungen plädierte Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs in Köln. Schätzungsweise bei einem Drittel aller Brust-, Darm- und Prostatakrebserkrankungen sind genetische Risikofaktoren im Spiel. Bis vor kurzem waren nur einige Hochrisikogene wie BRCA1 und BRCA2 bekannt, die jedoch nur einen Teil dieser erblich bedingten Fälle erklären. Mit den neuen technischen Möglichkeiten der genomweiten Analyse werden gegenwärtig eine Reihe weiterer Risikogene identifiziert, die in Zukunft eine präzisere und individuelle Risikoberechnung ermöglichen werden. Dies betrifft nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern auch Informationen über den spezifischen Tumorsubtyp. Prinzipiell kann dadurch die Effektivität von Früherkennungsprogrammen, wie z. B. das Mammographiescreening deutlich verbessert werden. Doch bei welchem Risiko oder Tumorsubtyp sind welche klinischen Maßnahmen nötig? Für welche Patientin kommt wann welche Früherkennung infrage? Schmutzler: „Angesichts dieser komplexen Fragen brauchen wir eine qualitätsgesicherte Gendiagnostik, die den Bogen vom Labor bis in die Klinik spannt und sich auf aussagekräftige Studien stützt. Die Grundvoraussetzung dafür sind neu zu errichtende Register zu familiären Tumorerkrankungen, um die Effektivität unserer Präventionsmaßnahmen bei erblichen Krebserkrankungen zu erfassen und kontinuierlich zu messen.“

Wie wichtig es ist, Früherkennungsmaßnahmen durch Forschung zu begleiten, zeigen die Studien von Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Brenner, der Preisträger des Darmkrebs-Präventionspreises 2015, untersucht die Wirksamkeit der Darmkrebsfrüherkennung seit mehr als zehn Jahren. Durch seine Untersuchungen konnte er z. B. zeigen, dass bis zu 90 Prozent der Darmkrebsfälle durch eine Vorsorge-Koloskopie verhütet werden könnten und das Darmkrebsrisiko nach einer Vorsorgekoloskopie ohne auffälligen Befund über mehr als zehn Jahre sehr niedrig ist. Dieses Ergebnis unterstützt die derzeitige Praxis eines Zehn-Jahres-Intervalls bei der Vorsorge-Koloskopie. Trotz dieser Bestätigung ist die Akzeptanz für die Vorsorge-Koloskopie in der Bevölkerung nach wie vor niedrig. Deshalb gehe es vor allem darum, organisierte Einladungsverfahren zu implementieren, in denen die berechtigten Versicherungsnehmer individuell angesprochen und über die verfügbaren Screeningverfahren aufgeklärt werden. „Außerdem müssen neue Methoden evaluiert werden, die die Akzeptanz des Screenings in der Bevölkerung erhöhen“, so Brenner.

Anders als beim Darmkrebs gibt es beim Lungenkrebs bislang noch kein geeignetes Screeningverfahren. Einer amerikanischen Studie zufolge kann zwar eine jährliche Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) die Lungenkrebs-Sterblichkeit bei starken Rauchern um 20 Prozent senken. Doch die Rate falsch positiver Ergebnisse ist hoch, d. h. manche Teilnehmer müssen wieder einbestellt werden, um verdächtige Befunde zu überprüfen, die sich dann gar nicht als Lungenkrebs herausstellen. Die Ergebnisse der LUSI-Studie, einer randomisierten kontrollierten Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern, zeigen, dass der falsche Alarm ab der zweiten Screening-Runde unter bestimmten Bedingungen abnehmen kann. „Verdächtige Befunde im ersten CT, die sich in der darauffolgenden Untersuchung nicht verändert haben, sind offensichtlich keine Krebsherde. Eine erneute Abklärung ist deshalb nicht mehr notwendig“, erklärt LUSI-Studienleiter Prof. Dr. Nikolaus Becker vom DKFZ Heidelberg. Allerdings gehen die „falschen Alarme“ nur zurück, wenn die Vorbefunde früherer Screeningrunden für diese Beurteilung vorliegen, ein Lungenkrebs-Screening also als „organisiertes Screening“ durchgeführt würde. Die Endauswertung von LUSI und anderen europäischen Studien zur Lungenkrebsfrüherkennung ist für die nächsten ein bis zwei Jahre geplant.

Vorbeugen hilft möglicherweise auch dann noch, wenn der Krebs schon diagnostiziert ist, so PD Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln. Dieses junge Forschungsfeld wird unter dem Begriff Prähabilitation zusammengefasst und steht für das Verbinden von Prävention und Rehabilitation. Das Konzept: Eine rechtzeitige bewegungstherapeutische Intervention unmittelbar nach der Krebsdiagnose soll die Patienten körperlich auf die Therapiephase vorbereiten. Nach dem Motto „Fit für die Krebsbehandlung“ wollen die Wissenschaftler so möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen vorbeugen. „Erste Daten zeigen, dass die Prähabilitation nicht nur die Nebenwirkungen der Krebsmedikamente verhindert, sondern auch die Therapiedosierung während der Behandlung beibehalten werden kann. Außerdem lassen sich Krankenhaustage reduzieren“, betonte Baumann.

Quelle: Deutscher Krebskongress DKK 2016

Kinderwunsch trotz Krebs – wer arm ist, hat das Nachsehen

Auf dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe steht ein Antrag der Frauen Union zur Diskussion (Antrag D158), der die “Technisierung der Fortpflanzung” kritisiert. Einige Fragen der Kinderwunschmedizin werden in einem Atemzug mit dem Klonen von Menschen genannt. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs weist auf die Nöte der jungen Patientinnen und Patienten mit Krebs hin und fordert eine Differenzierung der Debatte. Fruchtbarkeitserhaltende medizinische Maßnahmen bei Krebs dürfen nicht in den Dunstkreis einer Stigmatisierung geraten. Vielmehr sollten sie als integraler Teil der Krebsbehandlung von den Krankenkassen finanziert werden.

Kinderwunsch nach Krebs Wer arm ist hat das Nachsehen
Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 39 Jahren mit Krebserkrankungen haben heute eine Heilungschance von 80 Prozent. Kehrseite der Medaille sind die Nebenwirkungen. So führen Chemotherapie und Bestrahlung häufig zum Verlust der Fruchtbarkeit. Dabei könnten heute Eizellen oder Eierstockgewebe und Sperma vor vielen Krebsbehandlungen entnommen und durch Einfrieren konserviert werden. So bliebe die Chance erhalten, später eine Familie mit eigenen Kindern zu gründen. “Die Fortschritte der Reproduktionsmedizin können für diese jungen Menschen ein Segen sein”, so Prof. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V..

Aufklärung vor der Behandlung – viel zu selten
Junge Krebspatientinnen und -patienten klagen über die Missachtung des fundamentalen Wunsches nach Familie und Kind. Die 35-jährige Studentin Andrea Voß hatte ein Hodgkin-Lymphom und wurde erfolgreich behandelt. “Als Patientin wurde ich vor der Chemotherapie nicht ausreichend aufgeklärt, dass ich als Folge der Therapie unfruchtbar werden könnte. Ich hatte fast den Eindruck, dass bei Krebspatientinnen erst gar nicht an den Wunsch nach Gründung einer Familie mit eigenen Kindern gedacht wird. In dieser existenziellen Situation ist der Kopf einfach zu voll, so dass ich zu dem Zeitpunkt auch nicht daran gedacht habe. Durch die Entnahme von Eizellen vor der Therapie hätten junge Frauen wie ich eine Chance, eine Familie zu gründen”, so Voß.

Hohe Kosten – wer arm ist, hat das Nachsehen
Aber selbst wenn das Thema rechtzeitig angesprochen wird, ist das Problem noch nicht gelöst. Denn die Krankenkassen bezahlen die fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen in der Regel nicht. “Für die jungen Frauen kosten die Medikamente für die Eizell-Stimulation, die Entnahme und die Konservierung mehr als 3.000 Euro. Da die Krankenkassen nicht zahlen, heißt das: Nur wer Geld hat, kann sich die Chance auf eigene Kinder leisten”, so Freund. “Falls die Politik, wie im aktuellen Parteitagsantrag gefordert, auch ein Verbot der Kostenübernahme durch Unternehmen für deren Angestellte festschreiben sollte, wäre das ein weiterer Stein in der Mauer der sozialen Ungerechtigkeit.”

“Fast wie eine zweifache Bestrafung”
Andrea Voß sagt: “Während einer Krebserkrankung sind die finanziellen Mittel extrem eingeschränkt. Eine Eizellentnahme und -konservierung können sich die meisten schlicht und ergreifend nicht leisten. Das führt zu einer noch stärkeren seelischen Belastung. Ich erlebe das fast als zweifache Bestrafung – erst durch die Erkrankung, und dann nimmt man uns auch noch die Chance auf eine Familie mit eigenen Kindern.” Michael Oldenburg, Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, erklärt: “Nicht nur die jungen Frauen sind betroffen. Die Kosten für die Spermakonservierung sind zwar geringer, doch werden auch sie nicht übernommen. Kinderwunsch und Familienplanung werden bei den jungen Männern bei der Krebsdiagnose viel zu selten thematisiert. Die notwendige Aufklärung und Zuwendung geht in der täglichen Zeitnot allzu oft unter. Nach Chemotherapie oder Bestrahlung ist es dann zu spät.”

Die Gesellschaft muss die Chance auf ein Kind ermöglichen!
Jedes Jahr erkranken 15.000 junge Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Prof. Freund: “Natürlich gibt es kein einklagbares Recht auf ein Kind, aber es muss das Recht auf eine Chance geben. Und genau diese Chance rauben wir vielen jungen Menschen mit Krebs heute noch. Deshalb fordern wir die Kostenübernahme für die Fruchtbarkeitserhaltung im Rahmen der Krebsbehandlung.”

Quelle: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene und Krebs

Über Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

Für junge Erwachsene bedeutet die Krebsdiagnose häufig einen gravierenden Einschnitt in die gesamte Lebens- und Zukunftsplanung. Plötzlich sehen sie sich mit besonderen Problemen und Entscheidungen auch außerhalb der Krankheit konfrontiert: Kinderwunsch und Familienplanung, die mögliche Unterbrechung des Ausbildungsweges oder wirtschaftliche und soziale Notlagen. Themen, die neben der bestmöglichen Krebstherapie in den Vordergrund rücken. Hier setzt die “Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs” an und möchte durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens junge Betroffene unterstützen und begleiten. Die Stiftung möchte ein Ansprechpartner sein für alle Fragen von Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Wissenschaftlern, Unterstützern und der Öffentlichkeit.

Krebs erforschen. Zukunft spenden. Gemeinsam mit Ihnen!
Die Arbeit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs wird ausschließlich durch Spenden finanziert und erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Aus diesem Grund ist jede – noch so kleine – Spende wichtig. Durch Ihre Spende helfen Sie uns bei der Förderung von Forschungsprojekten, beim Aufbau eines Netzwerks von Spezialistinnen und Spezialisten oder bei der Weiterentwicklung der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Damit unterstützen Sie uns, jungen Menschen mit Krebs zu helfen.

Kopf-Hals-Mundkrebs – Neues Selbsthilfenetzwerk gegründet

Jährlich erkranken nach Angaben des Robert Koch Institutes mehr als 18.000 Menschen an Tumoren im Kopf-Halsbereich. Für die Patienten ergeben sich, oftmals als Folge der Erkrankung sowie der Therapie, besonders Probleme beim Sprechen und Schlucken. Ferner wird durch notwendige chirurgische Eingriffe, häufig auch das Erscheinungsbild im Kopf-Halsbereich und im Gesichtsfeld erheblich beeinträchtigt.

Kopf Hals Mundkrebs-Netzwerk gegründet

Gründer des neuen Selbsthilfenetzwerkes Kopf-Hals-Mundkrebs (von links nach rechts) Michael Ley, Gesine Maretzky, Christine Hauf, Henrike Korn, Waltraud Manthey, Martin Manthey, Doris Frensel, Karin Kastrati, Werner Kubitza

 

Auch die Spätfolgen einer Strahlen- und Chemotherapie sind schwierig zu bewältigen (verminderte Speichelproduktion, Nekrosen, Fatigue). Für Angehörige stellen sich häufig besondere psychische Probleme hinsichtlich des Umgangs mit belastenden Emotionen im Rahmen der Begleitung des Erkrankten oder in der Pflegesituation.

Um bundesweit eine bessere Vernetzung bereits vorhandener Selbsthilfegruppen zu ermöglichen und eine bessere Anlaufstelle für Betoffene und Angehörige zu etablieren wurde nun das Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mundkrebs gegründet. Vorsitzender wurde Werner Kubitza (Salzgitter) seine Stellvertreterin wurde Doris Frensel (Magdeburg) und als Kassiererin Henrike Korn (Berlin) gewählt.

Bereits jetzt gibt es Selbsthilfegruppen in Berlin, Frankfurt, Koblenz und Hamburg. Auch der bundesweit ausgerichtete Verein für Gesichtsversehrte TULPE e.V. hat Betroffene organisiert, ebenso die Kopf-Hals-Tumorstiftung. Diese bereits vorhandenen Aktivitäten sollen vernetzt und in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften für HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie, Hämatologie/Inneres, Zahnheilkunde und Radiologie ausgebaut werden.

Auch die sich immer zahlreicher etablierenden Kopf-Hals-Tumorzentren, werden aus Sicht des Netzwerkes, wichtige Ansprechpartner sein. Vorangiges Ziel ist es, in jedem Bundesland zunächst mit einem Stützpunkt vertreten zu sein, um eine Anlaufstelle „vor Ort“ für Patienten und Angehörige zu bieten. Daraus sollen dann Landesvereinigungen gebildet werden. Hierbei hofft das neue Selbsthilfenetzwerk auf die finanzielle Unterstützung durch die Gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung. Eine Beteiligung der Pharmaindustrie wird ausgeschlossen.

Die nun mehr erfolgte Gründung des Netzwerkes wurde Dank einer Finanzhilfe der Deutschen Krebshilfe ermöglicht.

Quelle: W. Kubitza, Salzgitter, Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mundkrebs

Resilienz – hilfreiche Strategie in Krisenzeiten

Resilienz - Sich durchkämpfen trotz Schwierigkeiten

Als Helga B. von ihrer Diagnose erfuhr, fiel sie sprichwörtlich aus allen Wolken. Es war wie der Psychologe Gerdes es so trefflich beschrieb der „Sturz aus der normalen Wirklichkeit“[1]. Mit ihren 58 Jahren stand Helga vor der Frage was künftig werden sollte?! Ihre Familie, ihr Mann, ihre Kinder und ihre Enkel brauchten sie, in ihrem verantwortungsvollen Fulltime-Job konnte sie nicht fehlen und eine pflegebedürftige Mutter hatte sie auch noch zu versorgen. Nachdem Helga alle ersten medizinisch notwendigen Schritte gegangen war, der Krebs hatte zum Glück keine Metastasen gebildet, erinnerte sie sich an eine Geschichte, die sie ihren Enkelkindern einmal vorgelesen hatte und auch an ein Motto des argentinischen Psychoanalytikers Jorge Bucay: „Kindern erzählt man eine Geschichte, damit sie einschlafen, Erwachsenen damit sie aufwachen.“[2]

Es war die Erzählung von der Feldmaus Frederick, aus einem Kinderbuch von Leo Lionni[3], an die sie mit Freude zurückdachte. Der kleine Frederick sammelt während der Erntezeit nicht so wie seine Kolleginnen und Kollegen Nahrungsmittel für den Winter, sondern er hortet Sonnenstrahlen, Farben und Worte. Diese zunächst einmal erstaunlichen Dinge bringt er zum Einsatz als die gesammelten Vorräte der Mäusegemeinschaft fast aufgebraucht sind, um so den trüben kalten Winter zu überstehen – damit überlebten sie. – Im übertragenen Sinne und psychologisch betrachtet, kann man behaupten, dass Frederick genau das praktiziert und vorlebt, was in Krisenzeiten überlebensnotwendig ist: nämlich ein hochgradig resilientes Verhalten.

Resilienz

Was ist nun Resilienz? Zunächst einmal ist dieser Begriff aus der Naturwissenschaft entliehen. Er beschreibt wie ein Material in der Lage ist, nach Einwirkung darauf wieder seine ursprüngliche Form zurück zu kommen. Laufen Sie zum Beispiel über eine Wiese, werden sich die Grashalme danach wieder aufrichten und selbst wenn sie nach starkem Schneefall plattgedrückt werden, haben die Halme das Bestreben, wieder nach oben zu gelangen.

In der Psychologie ist mit Resilienz (von lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) ist die Fähigkeit gemeint, durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen, Krisen bewältigen zu können und diese Krisen ggf. sogar als Anlass für neue Entwicklungen nutzen zu können. Es handelt sich dabei um eine Form der psychischen Widerstandsfähigkeit. Darüber hinaus ist ein resilienter Mensch nicht nur befähigt schwierige Situationen auszuhalten, sondern ihr sogar etwas entgegensetzen zu können.

Welche Ressourcen/Faktoren sind für die Bildung von Resilienz nötig und welche Strategien können dabei hilfreich sein? Diese Frage ist insofern sehr wichtig, da Resilienz sehr eng an den Erhalt und die Wiedererlangung von Gesundheit gekoppelt ist. Dabei zählen Halt, bzw. Stabilität, Schutz, Orientierung und Perspektive zu den wichtigsten Kraftquellen und zugleich Stützpfeilern.

  1. 1.      Faktor – Soziale Bindungen

Fragt man Menschen, was ihnen in einer problematischen Situation am meisten geholfen hat, so nennen sie meist als Erstes soziale Bindungen – Familie, Freunde, Menschen die ihnen die Seele stärken, ihnen nahestehen und sie liebevoll unterstützen. Denn eine starke Seele/Psyche lässt sich vor allem durch Vertrauen, Verlässlichkeit, Geborgenheit, Halt, und nicht zuletzt natürlich auch durch Trost, Hoffnung und Zuversicht aufbauen. Wer eine „starke Schulter zum Anlehnen“ hat, trägt seine Lasten leichter.

  1. 2.      Faktor – Selbstwirksamkeit

Bei der Bewältigung von Situationen und beim Erreichen von Zielen bildet der Glaube an sich selbst ein weiteres wichtiges Fundament. Das Motto „Yes, we can!“ hat nicht nur einem Politiker geholfen, Präsident der Vereinigten Staaten werden zu können. „Ja, ich schaffe es!“ – damit ist die Erwartung und vor allem auch die eigene Überzeugung verbunden, ein Problem meistern zu können. Diese persönliche Einstellung ist sozusagen ein Eigenbeitrag zu anstehenden, möglicherweise nötigen Veränderungen. Er gibt einem das Gefühl aktiv sein, sich einbringen und mitwirken zu können. Hier kann der Grundstein für eine individuelle Bewältigungsstrategie gelegt werden.

  1. 3.      Faktor – Achtsamkeit

Mit Achtsamkeit bezeichnet man das Bewusstsein auf eigene Bedürfnisse achten und diese geltend machen zu können. Das heißt auch, sich Zeit für sich selber zu nehmen, bewusst zu handeln und zu genießen. Es ist ein aufmerksames Beobachten und Erspüren für das was man braucht und was man wohlmöglich auch nicht benötigt, oder möchte. Zu letzterem gehört sicher auch dazu, NEIN-Sagen zu können. Für viele erkrankte Menschen war es dabei auch wichtig Stressfaktoren zu reduzieren, sich schlichtweg von Zeit- und Nervenräubern zu verabschieden, denn die menschliche Energie ist nicht unerschöpflich.[4]

  1. 4.      Faktor Spiritualität

Nach dem Glauben an sich selbst, hat jeder Mensch auch noch andere Elemente die ihn tragen. Sie sind seine persönlichen Schutzschilde. Nicht umsonst heißt es so oft „der Glaube versetzt Berge“. Damit muss nicht nur Religiosität, sondern es kann damit jede Form von Spiritualität gemeint sein. Wie eine Art Leuchtturm können Gebete, Rituale helfen den Weg zu finden, zur Ruhe zu kommen und die Furcht zu verlieren. Spiritualität kann aber auch dazu beitragen, denn Sinn seines Lebens zu entdecken und zu spüren, denn jeder von uns hat etwas für das er lebt![5]

  1. 5.      Faktor Persönlichkeit

Natürlich spielt auch das jeweilige Temperament eines Menschen eine große Rolle bei der Krankheitsverarbeitung. Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Ausdauer und Optimismus sind wichtige Begleiter auf dem Weg zur Gesundung. Ganz nach der Devise von Frank Sinatra „I dit it my way“, entwickeln Patienten mit ihren Talenten, Fähigkeiten, Interessen und Hobbies ganz eigene Wege mit allen Dingen auch fertig zu werden. Die drei Grundbausteine der Resilienz nach Brigid Daniel[6]:

Ich HABE

Ich BIN

Ich KANN

im Sinne von:

Ich HABE Menschen, die mich gern haben und mir helfen.

Ich BIN eine liebenswerte Person und respektvoll mir und anderen gegenüber.

Ich KANN Wege finden, Probleme zu lösen und mich selbst zu steuern

sind zusammengefasst die Formel, mit der Erkrankte viel Hoffnung schöpfen können. Sich selber gut zu kennen macht stark!!!!

 

Zusammenfassung:

10 Wege zur Resilienz

Quelle: „Road to Resilience“ (http://www.apa.org/helpcenter/road-resilience.aspx),

Ch. Berndt „Resilienz – Geheimnis der psychischen Widerstandskraft“, München 2015, S. 201ff

Was ihn nicht umbringt, macht ihn stärker…F. Nietzsche[1]

Niemand ist unverwundbar oder immun gegenüber dem Schicksal. Aber die Erkrankung kann als Chance begriffen werden, als Herausforderung und als Kontra- oder Wendepunkt zur Veränderung! Patienten erfahren hierbei ihr Schicksal als wichtige Erfahrung mit der Erwartung dort auch wieder heraus zu kommen und diese Erfahrungen ins Leben integrieren, evtl. daraus lernen zu können. Diese Perspektive hilft, sich nicht als Opfer der Krankheit zu verstehen, nicht in der Situation stecken und gefangen zu bleiben. In diesem Zusammenhang bezeichnet der Diplom Psychologe Ralf Schwarzer Resilienz nicht nur als psychische Robustheit, sondern auch als psychische Elastizität.[2] Zugegeben…nicht immer hat man die Energie, alles aus eigener Kraft zu schaffen. Deshalb macht es in vielen Fällen Sinn, sich auch durch professionelle Angebote wie Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Vereine, Foren, Therapeuten, etc. unterstützen zu lassen.

Die Diagnose einer Krankheit ist zweifelsfrei eine große Herausforderung für einen Menschen, in diesen Momenten gilt es, sich eine „Erste Hilfe“ zu verschaffen.

 Der Notfallkoffer

Innere Bilder….

Kommen wir noch einmal zurück zu Helga und der Feldmaus Frederick. Für Helga stand fest, dass sich künftig vieles in ihrem Leben ändern musste, weil sie ihre Kraftreserven nun vornehmlich für sich brauchte. In ihrem Haushalt ließ sie sich durch ihre Kinder und professionelle Kräfte unterstützen. Für ihre pflegebedürftige Mutter organisierte Helga einen Pflegedienst. Ferner überlegte sie nach der Rehabilitation ihre Arbeitsstunden im Job zu reduzieren und stattdessen mehr für ihre Gesundheit zu tun. Kurzum – die Patientin hat versucht ihre Stressoren zu minimieren.

 

Wie der kleine Frederick sammelt sie nun schöne Momente, Erlebnisse und Begegnungen. Jeden Abend schreibt sie dazu drei Begebenheiten in einer Kladde auf, die tagsüber positiv und erfreulich für sie verlaufen sind. Das macht ihr Mut. Ebenso versucht Helga schöne Augenblicke und Aktionen für sich zu planen, sich Wünsche und Träume zu erfüllen. Ihr Motto hierzu lautet: Worauf freue ich mich morgen, übermorgen, nächste Woche, nächsten Monat…..?! Sie lebt sozusagen von inneren Bildern, denn innere Bilder  geben dem Leben Sinn – sie erinnern daran wofür es sich zu leben lohnt – auch in schwierigen Zeiten!

 

 

zum guten Schluss….

zeigt sich oft auch, wie der griechische Philosoph Epiktet es schon kundtat, dass es nicht die Dinge sind, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Immer wenn ein Mensch ernsthaft erkrankt, sollte er bedenken, dass Gesundheit nicht die Abwesenheit von Störungen ist, sondern die Fähigkeit und Kunst mit diesen Beeinträchtigungen leben und Lebensqualität dabei entwickeln zu können. In diesem Sinne ist Resilienz der Treibstoff der unseren persönlichen Motor….unseren Lebenswagen durch Krisen, Stürme und Täler navigiert.

 

 

Zur Autorin

Dr. phil. Iris Huth, Jg. 1966

Ltg. Sozial- und Gesundheitsmanagement Akutklinik

Beratungsstelle für Patienten und Angehörige

Fachwirtin f. d. Sozial- und Gesundheitswesen

Lehrbeauftragte der FH Düsseldorf Sozialmedizin

Psychoonkologin

Mediatorin

Beirat amb. Ev. Hospiz Bethesda e.V. Duisburg

Krebsberatungsstelle Duisburg

 


[1] Nietzsche, F. Ecce homo – Wie man wird, was man ist. München 2005.

[2] Siehe Schwarzer, R. in: Bowler, R.M./Harris, M. et. Al. Longitudinal mental health impact among police responders tot he 9/11 terrorist attack. Marican Journal of Industrial Medicine, Bd 55/14, S. 297.



[1] Gerdes, N. Der Sturz aus der normalen Wirklichkeit und die Suche nach Sinn. In: Schmidt, W. (Hrsg) Jenseits der Normalität. München 1986.

[2]  Bucay, J. Komm, ich erzähl dir eine Geschichte. Frankfurt a. Main 2007

[3]  Lionni, L. Frederick. Weinheim 2003.

[4] Kabat-Zinn, J. Gesundheit durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung. München 2011

[5] Frick, Sich heilen lassen. Eine spirituelle und psychoanalytische Reflexion. Würzburg 2011

[6] Daniel, B. Resilience – A Framework of Positive Practice. Dundee 2005

VONEINANDER LERNEN – MITEINANDER IM DIALOG – Tagung der niedersächsischen Krebsselbsthilfegruppenleiter in Stapelfeld (Cloppenburg)

Auf Einladung der Niedersächsischen Krebsgesellschaft e.V. und der Selbsthilfegruppe miKado e.V. – mit Krebs, aber doch optimistisch – aus Vechta fand am 05.09.2015 in der Katholischen Akademie Stapelfeld bei Cloppenburg die jährliche Tagung der niedersächsischen Krebsselbsthilfegruppenleiter statt. Zu diesem nun schon siebten Treffen waren gut 50 Vertreter aus verschiedenen Selbsthilfegruppen aus ganz Niedersachsen angereist.

Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto: „So geht Vernetzung“. Nach der Begrüßung durch die Organisatoren hielt die Juristin Nora Parakenings vom Sozialverband Vdk aus Cloppenburg einen Vortrag über „Selbsthilfegruppen – bedürfnisorientierte Verknüpfung medizinischer, sozialer und kultureller Aspekte“. Anschließend ergab sich eine angeregte Diskussion mit hilfreichen Informationen, die nicht nur von Frau Parakenings, sondern auch aus dem Plenum kamen, besonders in Bezug auf mögliche finanzielle Förderungen von Selbsthilfe in Niedersachsen.

Referenten

FOTO: von links nach rechts:
(v.l.n.r.: Annette Schmidt (Nds.KG), Gerd Hoppe (miKado), Bettina Hallmann (Nds.KG), Bettina Radola (miKado), Dr. Barbara Kappenberg (Kath. Akademie Stapelfeld)

Der zweite Teil des Vormittags wurde durch „Blitzlichter“ von acht verschiedenen Experten auf dem Podium gestaltet, die Tipps gaben, wie eine Vernetzung von Selbsthilfegruppen gelingen kann. Dabei hatten die Zuhörer auch die Möglichkeit, Fragen zu konkreten Anliegen zu stellen.

Blitzlichter_schmal

Nach der Mittagspause und Gelegenheit zum Austausch konnten die Tagungsteilnehmer an folgenden Workshops mitarbeiten:

1. Vernetzung nach außen über gelungene Pressearbeit
Leitung: Gabi Westerkamp, Journalistin, Cloppenburg

2. Vernetzung über Schnittstellen zwischen Selbsthilfe und Professionellen
Leitung: Rita Otten, Ltg. Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, Cloppenburg

3. „Gute Projekte“ Vernetzung über Projektarbeit und Kooperationen
Leitung: Gerd Hoppe, Fundraising Manager (FA), Projekt Manager, Essen

Dass in jedem Workshop gut und konzentriert gearbeitet wurde, zeigte sich in der anschließenden Zusammenfassung „Das Wichtigste – kompakt für alle“. Viele Anregungen und Tipps konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen, und vielfach bestand der Wunsch nach Vertiefung.

Vortragssaal

Die Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V. veranstaltet diese Tagung einmal jährlich in Zusammenarbeit mit einer Krebs-Selbsthilfegruppe aus Niedersachsen. Veranstaltungsorte waren bisher Ganderkesee, Stade, Verden, Lüneburg, Bad Zwischenahn und Cloppenburg. Das nächste Treffen wird voraussichtlich im September 2015 im Heidekreis stattfinden.
Quelle: Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V.   -   Bettina Hallmann und Annette Schmidt
Königstraße 27, 30175 Hannover
Tel.: 05 11 – 3 88 52 62
Fax: 05 11 – 3 88 52 62
E-Mail: service@nds-krebsgesellschaft.de
Internet: www.nds-krebsgesellschaft.de

 

Ruderregatta Düsseldorf voller Erfolg ! – Benefizprojekt für die Krebsberatung Düsseldorf

„Düsseldorf am Ruder“ – Gelungener Auftakt der Benefiz Regatta: 57 Teams ruderten im Hafen für einen guten Zweck

JPG_Ruderregatta D voller Erfolg - Benefizprojekt d Krebsgesellschaft NRW und Ruderclub Germania

57 Teams stellten sich der Herausforderung der Benefiz-Regatta „Düsseldorf am Ruder für Menschen mit Krebs“ und ruderten im Medienhafen vier Mal die Strecke von 250 m. Es haben alle Boote nicht nur die Ziellinie erreicht, sondern auch Spaß im Team und am Rudern gehabt – und vor allem etwas für den guten Zweck getan.

Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (ganz Links im Bild bei der Siegerehrung) sowie Melanie Lack, Vorsitzende vom Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V. und der erste stellvertretende Vorsitzende Kurt Nellessen als Veranstalter freuten sich über die besonders große Resonanz und den gelungenen Auftakt. Auch waren Professor Dr. Rainer Haas vom Universitätstumorzentrum Düsseldorf (Unterstützer der Regatta) ebenso begeistert wie der zweimalige Weltmeister und Olympiasieger von 2012 Lukas Müller und Sportamtsleiter Pascal Heithorn als „Sportliche Botschafter“.

Professor em. Dr. Heribert Jürgens, Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW, sprach zum Start der Regatta von dem Beginn einer hoffentlich langen Freundschaft mit der Germania, die seit Anfang des Jahres besteht. Germane Lukas Müller gab kurz darauf das Startkommando für die Veranstaltung: „Attention – go“! Auch Olympiasieger Ansgar Wessling, der wie Lukas Müller Jahre zuvor 1988 Olympia-Gold im Deutschland-Achter erkämpfte und hier nun mit Ruderanfängern an den Start ging, freute sich riesig: „Ich bin aber auch entsetzlich nervös.“ Lukas Müller ruderte zwar nicht mit, gab aber Motivation u.a. bei einem gemeinsamen Foto mit dem Stadtsportbund Düsseldorf. Das Team hätte ihn natürlich am liebsten als Ersatzmann aktiviert.

Beim Sport steht eigentlich das Ergebnis im Fokus, doch auf dieser Regatta war vieles anders. Hier ging es nicht in erster Linie ums Gewinnen. Es zählte das Motto: „Dabei sein ist alles“. Die Steuerleute der Germania feuerten die Teams vom ersten bis zum letzten Ruderschlag an: „Die Beine! Die Arme, ziehen!“ Direkt vor dem Startschlag: „Groß sitzen!“ Ja, alle Muskeln wurden gebraucht! Auch die Lachmuskeln, als das Boot der Krebsgesellschaft NRW plötzlich umkippte und sich die Frischlinge im Wasser abkühlten.

Zum Abschluss wurden die Erstplatzierten geehrt. Sie erhielten Hotelübernachtungen, Brunch- und Trainingsgutscheine, Fortuna-Karten und vieles mehr, gestiftet vom Courtyard Hotel, Holmes Place, Flughafen Düsseldorf, QVC Handel, AOK, Barmer GEK und der Awista. Rolf Steinert, Hoteldirektor des Courtyard Düsseldorf sagte bei der Anfrage zu der Benefiz-Regatta sofort zu: „Es freut mich ganz besonders, die Veranstaltung gemeinsam mit der Krebsgesellschaft und dem Ruderclub als enge Nachbarn unseres Stadtbezirkes durchführen zu können.“ Ein Großteil der Einnahmen kommt der Krebsberatung Düsseldorf zugute. Wie viele schaut er bereits in die Zukunft: „Es war hoffentlich nicht das einzige Mal.“

Sieger der Frauen war das Team „Rheinfire“, bei den Männern gewannen das Team „Schimunek“ und in der Kategorie der Mixed-Boote „Die Ruhrsprinter“. Der Preis für das kreativste Outfit ging an die Rheinpiraten der BARMER GEK, die sich allesamt positiv äußerten, u.a. mit einem großen Kompliment an die Trainer und Ruderinnen und Ruderer der Trainingsabteilung, die jedes der 57 Boote in drei bis vier Trainingseinheiten ruderfit machten. Allen voran Jan Milles, der zudem alles koordinierte. „Wir kommen im nächsten Jahr wieder!“

Rund um die Rennen tauschten sich an den Ständen die Teilnehmer und Zuschauer aus, u.a. am „Netzwerkstand Onkologie Düsseldorf“ mit Universitätstumorzentrum, Evangelischem Krankenhaus, Marienhospital, Florence-Nightingale- und mit dem St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf oder an anderen Ständen.

Prof. em. Dr. Heribert Jürgens, Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW, freut sich, dass die gemeinsame Aktion „Düsseldorf am Ruder“ nun gestartet ist und will im kommenden Jahr unbedingt auch mit ins Ruderboot steigen. Er verweist darauf, dass etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar seien. „Es ist zum Beispiel wichtig, das Gewicht im Griff zu haben. Viel Bewegung mindert das Risiko, an Krebs zu erkranken.“

Der Erlös von rund 15.000 Euro kommt der Krebsberatung Düsseldorf zu Gute. Die Beratungsstelle im Stadtteil Bilk bietet Krebspatienten und Angehörigen Beratung und Unterstützung an.

„Das Event ist in jedem Fall positiv besetzt. Die Basis ist gelegt, es ein wirklich guter Auftakt“, so Peter Schwabe, Präsident des Stadtsportbundes Düsseldorf e.V., der zwar aufgrund seiner Position den Blick auf den Sport dieser Veranstaltung hat, doch den Gesundheitsaspekt ebenso hervorhebt.

Auch das Ehrenamt ist nicht zu vernachlässigen: Hier war Ulrich Kieselstein beim Stand der Knochenmarkspenderzentrale aktiv und nahm Proben von Menschen entgegen, die sich als potentielle Spender registrieren lassen wollen. Er will im Ruhestand nicht still sitzen und zuschauen, sondern weiterhin für das Gute aktiv sein. Als ehemaliger Ruderer in Worms, Gießen und Frankfurt reizt es ihn schon, im kommenden Jahr mal wieder ins Boot zu steigen und auch auf dem Wasser aktiv dabei zu sein.

www.duesseldorf-am-ruder.de
Quelle: Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.
Tel.: 02 11 / 15 76 09 92 – Dinah Oelschläger oelschlaeger@krebsgesellschaft-nrw.de

Sport trotz Krebs

Stiftung Leben mit Krebs ruft zur Aktionswoche auf und fördert jedes Projekt mit 150 Euro

Stiftung LEBEN_Beispiel für Aktionstag 2014_Gymnastikübungen_mitmachen

In Deutschland sind über fünf Millionen Menschen an Krebs erkrankt. Die Diagnose verändert das Leben schlagartig. Viele Krebspatienten ziehen sich zurück, nur wenige treiben Sport. Dabei verbessert körperliche Aktivität die Lebensqualität und verringert Symptome wie Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Außerdem steigert die Bewegung das Selbstwertgefühl und die Vitalität.

Aus diesem Grund veranstaltet die Stiftung Leben mit Krebs vom 5. bis 12. September die Aktionswoche „Sport und Bewegung für Menschen mit Krebs“ in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Sportvereine, Reha-Kliniken, Selbsthilfegruppen, onkologische Einrichtungen und weitere Institutionen können sich anmelden und einen Aktionstag für Krebspatienten durchführen. Die Registrierung erfolgt über www.sportfest-krebs.de.

Im vergangenen Jahr haben über 80 Vereine teilgenommen und insgesamt über 1.700 Krebspatienten motivieren können. „Die Teilnehmer waren mit Eifer dabei, obwohl sich manche mitten in der Chemophase befinden. Bei der Ausgabe der Urkunden kamen nur positive Rückmeldungen. Unisono hieß es: Das würden wir wieder machen!“, so eine Krebspatientin über den Aktionstag ihrer Gruppe.

Erlaubt ist, was gut tut

„Durch gemeinsame sportliche Betätigung kommen Patienten zusammen und überwinden die krankheitsbedingte Isolation. Sie gewinnen neuen Lebensmut und motivieren andere Betroffene. Mit der Aktionswoche möchten wir erreichen, dass sich Patienten trotz der Krankheit trauen Sportliches zu leisten“, erklärt Klaus Schrott, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Leben mit Krebs. Deshalb wird jede Organisation, die in der Aktionswoche ein Sportprogramm für Krebspatienten anbietet, von der Stiftung unterstützt. Das kann ein Walkingkurs sein oder eine gemeinsame Fahrradtour, leichtes Ausdauertraining oder Gymnastik. Erlaubt ist, was gut tut.

Unterstützung bei Organisation

Bei Teilnahme von mindestens zehn Betroffenen und Abgabe einer kurzen Dokumentation, erhält die Gruppe 150 Euro. Hilfestellung bei der Organisation, Durchführung sowie Gestaltung des Sportprogrammes gibt es ebenfalls. Dr. Freerk Baumann (Deutsche Sporthochschule Köln) und Dr. Joachim Wiskemann (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg) haben Vorschläge für das Bewegungsprogramm am Aktionstag entwickelt. „Körperliche Aktivität gehört zu einer der wichtigsten Nachsorgemaßnahmen für Krebspatienten. Mit der Aktionswoche möchten wir diesen Aspekt hervorheben und der breiten Öffentlichkeit bekannt machen“, sagt Wiskemann. „Es ist nie zu spät mit Bewegung zu beginnen“, fügt Baumann hinzu. Die Vorschläge der Sportmediziner und die Anleitung für den Aktionstag finden Organisationen unter www.sportfest-krebs.de.

Quelle: Stiftung Leben mit Krebs

www.stiftung-leben-mit-krebs.de

TROMMELN für das LEBEN !

kostenfreier Trommelworkshop beim #Krebsinformationstag

Trommeln bewegt, beflügelt und Trommelrythmen aktivieren in uns Bereiche, die Körper, Geist und Seele ansprechen. Kein Wunder das Trommeln mit afrikanischen Djembeln auch verstärkt in der Psychoonkologie Eingang hält. Das Trommeln in der Gruppe schafft es, ein verbindendes Gruppengefühl auszulösen. Die Niedersächsische Krebsgesellschaft schreibt in einem Newsletter: “Trommeln aktiviert die eigenen Heilungskräfte und kann die durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogene Psyche stabilisieren.”

Trommelworkshop_Krebsinformationstag
Daher bieten wir erstmals beim #Krebsinformationstag die Möglichkeit zum mittrommeln an. Hierfür konnten wir Hans Schneider aus Bad Oeynhausen gewinnen, der einige hundert Trommeln mitbringt. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen!

 

Termine:
- Hagener Krebsinformationstag am Fr. 21. August 2015 in der Stadthalle Hagen, nachmittags
- Duisburger Krebsinformationstag am 11. Sept 2015 Mercatorhalle
- Bielefelder krebsinformationstag am 23. Okt. 2015, Ravensberger Park

Weitere Infos: www.krebsinformationstag.de