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Hirntumore – bundesweit 40. Informationstag bietet wertvolle Orientierung

Grafik_Veranstaltungshinweis-13.Mai 2017

 

Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 7.000 Menschen neu an einem primären bösartigen Hirntumor, die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen ist ungleich höher. Die Deutsche Hirntumorhilfe hat sich seit 19 Jahren als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle für Betroffene und ihre Angehörigen etabliert. Mit dem Hirntumor-Informationstag bietet die gemeinnützige Organisation zweimal im Jahr ein Forum zum Austausch für Betroffene, Angehörige, Experten und Multiplikatoren aus dem Bereich der Neuroonkologie.

Im Mittelpunkt stehen dabei neben etablierten Standards der Hirntumortherapie auch zukunftsweisende Verfahren und Ergebnisse aktueller klinischer Studien.

Die Besucher erwartet ein vielfältiges Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten aus allen Bereichen der Neuroonkologie, die einen umfassenden Überblick zu Standards und Innovationen in der Therapie von Hirntumoren und Hirnmetastasen geben. Die medizinischen Fachinformationen werden von erfahrenen Medizinern und renommierten Experten fundiert und verständlich vermittelt. Bei Podiumsdiskussionen und in persönlichen Gesprächen mit den Referenten besteht zudem die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen.

Im zweiten Veranstaltungsteil wird Patienten und Angehörigen die Gelegenheit geboten, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen, Tipps zum Umgang und zur besseren Bewältigung der Erkrankung auszutauschen und die eigenen Erfahrungen zu teilen.

Mit mehr als 400 Teilnehmern in den vergangenen Jahren ist diese ganztägige Informationsveranstaltung einzigartig im deutschsprachigen Raum.

40. Hirntumor-Informationstag in Köln
Veranstaltungstermin: 
Samstag, 13.05.2017, 9:00-19:00 Uhr, Einlass ab 8:30 Uhr
 
Veranstaltungsort:
Universität zu Köln
Hörsaalgebäude 105
Hörsaal A1
Universitätsstraße 35
50931 Köln
 
Veranstalter und Quelle: Deutsche Hirntumorhilfe e.V.
Telefon: 0341.590 93 96
E-Mail: info@hirntumorhilfe.de
Internet: www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag

Brustkrebs: Höhere Dosis im Tumorgebiet bringt auch nach zwanzig Jahren bessere Tumorkontrolle für viele Patientinnen

170322 DEGRO_Boostbestrahlung Vorteilhaft

Die Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation ist eine hocheffektive Behandlungsmethode. Eine Dosissteigerung – „Boost“ genannt – im ehemaligen Tumorbereich kann verhindern, dass es an der operierten Brust erneut zum Krebswachstum kommt. Dies bestätigt nun eine europäische Langzeitstudie, in der die Ergebnisse der Studienteilnehmerinnen 20 Jahren nach der Erkrankung ausgewertet wurden. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) zeigt die Studie deutlich, dass viele Patientinnen von dieser höheren Dosis profitieren, insbesondere Frauen unter 50 und Frauen mit speziellen zusätzlichen histologischen Veränderungen, einem sogenannten DCIS.

Ein Brustkrebs im Frühstadium kann heute brusterhaltend operiert werden. „Zum Behandlungsstandard gehört heutzutage eine Bestrahlung, da es sonst zu einem Lokalrezidiv, also einem erneuten Burstkrebswachstum an der operierten Brust, kommen kann“, erläutert Professor Stephanie E. Combs von der Technischen Universität München.

Prof Dr Combs TU München

Prof. Dr. Stephanie E. Combs,
Direktorin der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie
und Strahlentherapie am Universitätsklinikum der
Technischen Universität München (TUM).
Foto: DEGRO Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

Um die optimale Dosis zu bestimmen, hat die European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) zwischen 1989 und 1996 eine Studie an 5.569 an Brustkrebs erkrankten Frauen durchgeführt. „Die Hälfte der Patientinnen erhielt damals neben der üblichen eine zusätzliche Bestrahlung der operierten Brust im Bereich des Tumorbettes die wir als Boost bezeichnen“, sagt die Pressesprecherin der DEGRO. Der Boost verlängere die Behandlungszeit zwar um knapp zwei Wochen, er könne aber ein Lokalrezidiv verhindern.

Die Teilnehmerinnen der EORTC-Studie werden seit dem Ende der Behandlung regelmäßig nachuntersucht, um herauszufinden, für welche Patientinnen der Boost den größten Nutzen bringt. Schon in den ersten Jahren zeigte sich, dass Frauen mit ungünstigen Gewebemerkmalen, sogenannten „high-grade“-Tumoren, den größten Nutzen haben. Dies konnte auch noch nach 20 Jahren bestätigt werden. Die Langzeitanalyse zeigt nochmals deutlich, dass prinzipiell alle Frauen von einer Dosisaufsättigung profitieren können. Der größte Vorteil zeigt sich für jüngere Patientinnen unter 50 Jahre. Sie erlitten nach einer Boost-Bestrahlung signifikant seltener ein Lokalrezidiv an der operierten Brust. Insgesamt jedoch profitieren alle Altersgruppen von einer Boostbestrahlung. Die zweite Gruppe sind Patientinnen, bei denen der Pathologe in der Nähe des invasiven Karzinoms die Krebsvorstufe DCIS gefunden hat. Bei duktalen Carcinoma in situ (DCIS) liegen in den Milchgängen der Brustdrüse veränderte Zellen vor, die aber noch am Ort verbleiben. „Die DCIS können noch keine Metastasen bilden“, sagt DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus. „Wenn DCIS-Nester in der Nähe des Primärtumors gefunden werden, ist es jedoch möglich, dass es später zu einem Lokalrezidiv kommt“, fügt Debus hinzu.

Prof Dr Juergen Debus_Uni Heidelberg
Prof. Dr. Jürgen Debus
DEGRO Präsident und
Ärztliche Direktor der Klinik für RadioOnkologie
und Strahlentherapie (Czerny-Klinik)
am Universitätsklinikum Heidelberg 
Foto: DEGRO Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

Die EORTC-Studie liefert den Beweis, dass der Boost für die beiden Patientinnengruppen von erheblichem Vorteil ist: Bei jüngeren Frauen mit DCIS in der Nähe des Primärtumors verringerte die Boost-Bestrahlung die Rate von Lokalrezidiven an der operierten Brust von 31 auf 15 Prozent, halbiert sie also. Die Verlaufskurven lassen sogar vermuten, dass die Vorteile sich nach Ablauf von 20 Jahren noch weiter verstärken könnten. „Die EORTC-Studie zeigt, wie notwendig eine lange Nachsorge ist. Diese Langzeitdaten sind gerade für die jungen Patientinnen sehr wichtig. Prinzipiell ist ein Boost jedoch bei allen Frauen sinnvoll“, sagt Debus.

Literatur:

Vrieling C et al. Prognostic Factors for Local Control in Breast Cancer After Long-term Follow-up in the EORTC Boost vs No Boost Trial: A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology 2017; 3: 42-48. Abstract

Quelle: DEGRO Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. – Internet: www.degro.org

Frühverrentung oder beruflicher Wiedereinstieg? – … ein vielfach unterschätztes und sehr wichtiges Thema für Krebsbetroffene im Erwerbsalter

 

Wenn Angehörige an Ihre Grenzen stoßen – Projekt in Düsseldorf bietet Paaren Hilfe

„Es zeigt sich, dass Angehörige oftmals genauso stark belastet sind, wie die Erkrankten selbst. Dennoch stellen diese ihre Sorgen und Bedürfnisse meist gänzlich in den Hintergrund. Das ist eine normale Reaktion und kann auch erstmal funktionieren“, berichtet die Psychoonkologin Anna Arning, die ein neues Projekt von Seiten der Krebsgesellschaft NRW betreut. „Wenn die Belastung jedoch zu groß wird, können die körperlichen, psychischen, sozialen oder auch wirtschaftlichen Folgen sehr massiv sein. Viele Paare zerbrechen dann daran. Dem wollen wir vorbeugen“, so Arning.

Wenn Angehörige ihre Grenzen erreichen_WEB

Zusammen ist man weniger allein! Das trifft auch auf die Extremsituation zu, wenn innerhalb einer Beziehung ein Partner an Krebs erkrankt. Der nicht erkrankte Partner gibt Halt, teilt die Sorgen und übernimmt nicht selten viele Alltagsaufgaben. Eine stabile Beziehung kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Aber was ist, wenn nicht alles glatt läuft und die Beziehung aus dem Gleichgewicht gerät? In dieser Situation kann es hilfreich sein, das Problem offen anzugehen und auch fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Eine solche Unterstützung bietet nun ein gemeinsames Projekt des Universitätstumorzentrums Düsseldorf (UTZ) und der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. Im Rahmen einer Studie können Partner beziehungsweise Paare ein speziell auf sie zugeschnittenes Beratungsangebot in Anspruch nehmen. Die Beratungen werden von einer Psychoonkologin geleitet und sind vertraulich und kostenfrei. Ziel des neuen Beratungsangebots ist eine Verbesserung der partnerschaftlichen Unterstützung bei Krebs. Dabei rückt der nicht erkrankte Partner vermehrt in den Fokus.

Die Beratungsgespräche im Rahmen des Projekts werden entweder mit dem nicht erkrankten Partner allein oder mit dem Paar geführt. „Unser Ziel ist es, die Paare bei der Krankheitsbewältigung aktiv zu unterstützen, die Kommunikation in der Beziehung zu verbessern und die Lebensqualität wieder zu steigern“, erklärt André Karger, Oberarzt am Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Leiter des Bereichs Psychoonkologie am UTZ. „Um dies zu erreichen, wollen wir erst einmal dazu motivieren, die Belastungen offen auszusprechen. Bereits hier herrscht in vielen Beziehungen bewusstes Schweigen oder die Partner sind einfach hilflos im Umgang miteinander angesichts der Schwere der Erkrankung“, so Karger.

Das neue Angebot soll den Bürgern unmittelbar und praktisch orientiert zu Gute kommen, es soll aber auch die Wissenschaft voranbringen. In Form einer Studie angelegt, sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwiefern eine frühzeitige psychoonkologische Unterstützung Einfluss auf die Stabilität der Paarbeziehung und die gemeinsame Bewältigung der Krebserkrankung hat. Untersucht wird auch, inwiefern sich paarbezogenen Beratungen von Einzelberatungen des nicht erkrankten Partners im Ergebnis unterscheiden. Paare, die sich gegen eine Teilnahme an der Studie entscheiden, sich dennoch beraten lassen möchten, können das bestehende psychosoziale Beratungsangebot der Psychoonkologischen Ambulanz am Universitätstumorzentrum oder der Krebsberatung Düsseldorf in Anspruch nehmen.
Mit dem neuen Angebot rücken UTZ, Krebsgesellschaft NRW und die Krebsberatung Düsseldorf in der stationären und ambulanten onkologischen Versorgung bewusst zusammen. Ziel ist die exemplarische Vernetzung beider Bereiche im Sinne eines psychoonkologischen Versorgungspfads „Für Krebserkrankte und Angehörige bedeutet dies: eine lückenlose Betreuung in der Klinik und in der Zeit danach“, so Karger.

Kontakt & Anmeldung zur Beratung:

Universitätstumorzentrum Düsseldorf
Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Bozena Sowa, Psychoonkologin
Tel. 02 11 81 / 08 296
GemeinsamStarkSein@med.uni-duesseldorf.de
 
Die Beratungen finden statt in der Krebsberatung Düsseldorf
Fleher Straße 1 40223 Düsseldorf (Bilk)
Tel. 02 11 / 30 20 17-57
Internet: www.krebsberatungduesseldorf.de
Mail: info@krebsberatungduesseldorf.de

Was den Patienten gut tut – Integrative Onkologie

„Die integrative Onkologie steht auf dem Boden der wissenschaftlichen, fundierten Medizin und stellt den Patienten mit seiner Perspektive und seinen Lebenszielen in den Vordergrund‘‘, betont Prof. Dr. Jutta Hübner. Das Ziel ihres  Faches sieht Professorin Hübner in der auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten Therapie als eine Kombination aus schulmedizinischen und sinnvollen ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten.

Prof Dr Jutta Hübner
Prof. Dr. Jutta Hübner, Stiftungsprofessur für integrative Onkologie, Universitätsklinikum Jena

Über die Hälfte der Krebspatienten versucht neben der vom Arzt verordneten Strahlen- oder Chemotherapie auch pflanzliche Stoffe, Nahrungsergänzung oder Naturheilmittel, die in bunten Zeitschriften angepriesen oder in online-Erfahrungsberichten positiv bewertet werden. Bei den Brustkrebspatientinnen liegt dieser Anteil noch weit höher. „Für die Wirksamkeit der ergänzenden Mittel oder Methoden gibt es nur minimale Nachweise, und oft erfährt der behandelnde Arzt nichts von dieser Selbstbehandlung“, nennt Jutta Hübner gleich zwei zentrale Probleme dabei. Die Internistin hat seit diesem Jahr die Professur für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena inne, die die
Deutsche Krebshilfe als Stiftungsprofessur an der Klinik für Innere Medizin II eingerichtet hat und die direkt an das Universitätstumorzentrum angebunden ist.

Vor allem in der Onkologie, aber auch bei anderen chronischen vielschichtigen Krankheitsbildern ist der Bedarf an ergänzenden oder alternativen Behandlungsmöglichkeiten sehr groß – vor allem, wenn man körperliche Aktivität, Psychoonkologie oder Selbsthilfegruppenarbeit mit dazu zählt. „Und die komplementäre Medizin hat durchaus das Potential, den Patienten zu helfen‘‘, so Jutta Hübner. Als Beispiele zählt sie Ingwer gegen die Übelkeit bei Chemotherapie auf oder Yoga und leichten Sport zur Abmilderung des Erschöpfungszustandes Fatigue. Neben qualitativ hochwertigen Studien fehlt es vor allem an fundierten Informationen über komplementäre Behandlungsmöglichkeiten, sowohl bei den
Patienten, als auch bei den Ärzten.

Hier will Professorin Jutta Hübner, die zuvor eine Informationsdatenbank der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe aufgebaut hat, mit einem niederschwelligen Angebot ansetzen. In regelmäßigen Vorträgen für Krebspatienten, Angehörige und Interessenten wird sie am Uniklinikum Jena über die Möglichkeiten und Risiken komplementärer Medizin informieren. In der Patientenversorgung führt sie die Arbeit der Ambulanz für Naturheilkunde und Integrative Onkologie an der Klinik für Innere Medizin II des Uniklinikums fort und plant, einen Konsildienst für stationäre Patienten des Klinikums zu etablieren.

Neben der Versorgungsforschung zum Informationsbedarf von Patienten zur komplementären und alternativen Medizin und zur Arzt-Patienten-Kommunikation, die gerade in der Onkologie auch zentrale medizinethische und medizinökomische Aspekte berührt, liegt der wissenschaftliche Schwerpunkt von Jutta Hübner in der evidenzbasierten Untersuchung komplementärer Medizin. „Gute Studienkonzepte in der Komplementärmedizin sind sehr aufwendig, dazu sind Netzwerke notwendig und eine Forschungskultur, zu deren Etablierung ich beitragen möchte‘‘, so Jutta Hübner.

Nach dem Medizinstudium in Düsseldorf absolvierte Jutta Hübner die Facharztausbildung in Innerer Medizin in Remscheid. Sie spezialisierte sich für die Hämatologie und internistische Onkologie und erwarb Zusatzqualifikationen in der Chirotherapie, Palliativmedizin, Naturheilkunde und Psychoonkologie. Nach klinischen Leitungspositionen in Bad Soden-Salmünster, Kassel und am Universitätsklinikum Frankfurt/Main arbeitete sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft und habilitierte sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Stand und der Zukunftsperspektive der integrativen Onkologie.

Quelle: Universitätsklinikum Jena

Oliver Trelenberg – Krebspatient und Spendenradler aus Hagen, berichtet über seine große Deutschlandradtour 2016 zugunsten des Vereins Engel mit Herz e.V.

Leberkrebs – Internationale Online-Patientenbefragung

ELPA, die Europäische Leber Patientenorganisation lädt gemeinsam mit weiteren globalen Leberkrebs-Organisationen Betroffene ein, an einer weltweiten Online – Leberkrebs-Patientenbefragung teilzunehmen.

Leberkrebs_Online_Patientenbefragung

Der Onlinefragebogen wurde von einem Wissenschaftlichen Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit den internationalen Leberkrebsgruppen erstellt. Die Ergebnisse der Studie dienen der Verbesserung der Forschungsgrundlage und werden nach ihrer Auswertung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Homepage der Onlinebefragung: www.hcc-voices.com

 

Nebenwirkungsmanagement: Neue Behandlungsleitlinie zu Begleittherapien (Supportivtherapie)

Patienten von heute profitieren mit einem hohen Maß an Lebensqualität durch sogenannte begleitende beziehungsweise unterstützende Therapien die auch Supportivtherapien genannt werden. Waren beispielsweise noch vor wenigen Jahren Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie eine der am häufigsten von Patienten gefürchteten Nebenwirkungen, so ist dies inzwischen für Patienten durch eine entsprechende und äußerst effiziente Begleittherapie nur noch selten ein Thema. Doch wirksame Krebstherapien bringen vielfältige Nebenwirkungen mit sich. Eine neue Behandlungsleitlinie versucht nun, Behandlern eine einheitliche Übersicht zu bieten.

S3 Leitlinie_Supportive Therapie

Die mit 558 Seiten überaus umfangreiche und lesenswerte Behandlungsleitlinie ist kostenfrei unter folgender Webseite abrufbar:
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html
 

„Unterstützende Maßnahmen machen die Krebsbehandlung verträglicher, verbessern die Lebensqualität der Patienten und stellen sicher, dass eine wirksame Tumortherapie fortgeführt werden kann. Supportive Therapien sind selbstverständliche Bausteine jeglicher Behandlung onkologischer Erkrankungen und ihr sachgerechter Einsatz ist ein Qualitätsmerkmal für eine gute Behandlung – das gilt für Patienten aller Altersgruppen von der Diagnosestellung und der Erstbehandlung bis hin zur palliativen Versorgung“, kommentiert Prof. Dr. Karin Jordan, Onkologin an der Universität Halle und Koordinatorin der neuen Leitlinie. „Die Leitlinie unterstützt Ärzte und andere Berufsgruppen bei der Entscheidung über die optimale Unterstützung mit formal konsentierten, klar verständlichen und nachvollziehbaren Empfehlungen.“ Auf der Grundlage der vorliegenden Leitlinie wird derzeit eine Patientenleitlinie erarbeitet.

Die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) in der Deutschen Krebsgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) möchten mit der Erarbeitung der Leitlinienempfehlungen eine bundesweite Basis für eine Standardisierung wichtiger Themen bei der fachübergreifenden Behandlung der Komplikationen der Krebstherapie und Krebserkrankung legen. Die S3-Leitlinie behandelt auf 558 Seiten zehn Themen aus dem Bereich der supportiven Krebstherapie:

• Anämie (Blutarmut) aufgrund der Tumortherapie
• Neutropenie (Mangel an weißen Blutkörperchen) aufgrund der Tumortherapie
• Übelkeit und Erbrechen aufgrund der Tumortherapie
• Therapiebedingte Durchfälle
• Entzündung der Mundschleimhaut aufgrund der Tumortherapie
• Therapiebedingte Hautproblemen
• Periphere Nervenschädigungen aufgrund der Tumortherapie (Polyneuropathie)
• skelettbezogene Komplikationen (Knochenmetastasen, Knochenbrüche,…)
• Gewebeschädigungen als Komplikation bei einer intravenösen Infusion
• Begleittherapien (supportive Maßnahmen) der Strahlentherapie

 

Quelle:

Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

 

Onkologische Reha und wie komme ich dahin sowie Reha für junge Erwachsene nach Krebs

Krebsvorsorge – Worauf Frauen achten sollten… – Interview mit Dr. Ashour