Kopf-Hals-Mundkrebs – Neues Selbsthilfenetzwerk gegründet

Jährlich erkranken nach Angaben des Robert Koch Institutes mehr als 18.000 Menschen an Tumoren im Kopf-Halsbereich. Für die Patienten ergeben sich, oftmals als Folge der Erkrankung sowie der Therapie, besonders Probleme beim Sprechen und Schlucken. Ferner wird durch notwendige chirurgische Eingriffe, häufig auch das Erscheinungsbild im Kopf-Halsbereich und im Gesichtsfeld erheblich beeinträchtigt.

Kopf Hals Mundkrebs-Netzwerk gegründet

Gründer des neuen Selbsthilfenetzwerkes Kopf-Hals-Mundkrebs (von links nach rechts) Michael Ley, Gesine Maretzky, Christine Hauf, Henrike Korn, Waltraud Manthey, Martin Manthey, Doris Frensel, Karin Kastrati, Werner Kubitza

 

Auch die Spätfolgen einer Strahlen- und Chemotherapie sind schwierig zu bewältigen (verminderte Speichelproduktion, Nekrosen, Fatigue). Für Angehörige stellen sich häufig besondere psychische Probleme hinsichtlich des Umgangs mit belastenden Emotionen im Rahmen der Begleitung des Erkrankten oder in der Pflegesituation.

Um bundesweit eine bessere Vernetzung bereits vorhandener Selbsthilfegruppen zu ermöglichen und eine bessere Anlaufstelle für Betoffene und Angehörige zu etablieren wurde nun das Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mundkrebs gegründet. Vorsitzender wurde Werner Kubitza (Salzgitter) seine Stellvertreterin wurde Doris Frensel (Magdeburg) und als Kassiererin Henrike Korn (Berlin) gewählt.

Bereits jetzt gibt es Selbsthilfegruppen in Berlin, Frankfurt, Koblenz und Hamburg. Auch der bundesweit ausgerichtete Verein für Gesichtsversehrte TULPE e.V. hat Betroffene organisiert, ebenso die Kopf-Hals-Tumorstiftung. Diese bereits vorhandenen Aktivitäten sollen vernetzt und in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften für HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie, Hämatologie/Inneres, Zahnheilkunde und Radiologie ausgebaut werden.

Auch die sich immer zahlreicher etablierenden Kopf-Hals-Tumorzentren, werden aus Sicht des Netzwerkes, wichtige Ansprechpartner sein. Vorangiges Ziel ist es, in jedem Bundesland zunächst mit einem Stützpunkt vertreten zu sein, um eine Anlaufstelle „vor Ort“ für Patienten und Angehörige zu bieten. Daraus sollen dann Landesvereinigungen gebildet werden. Hierbei hofft das neue Selbsthilfenetzwerk auf die finanzielle Unterstützung durch die Gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung. Eine Beteiligung der Pharmaindustrie wird ausgeschlossen.

Die nun mehr erfolgte Gründung des Netzwerkes wurde Dank einer Finanzhilfe der Deutschen Krebshilfe ermöglicht.

Quelle: W. Kubitza, Salzgitter, Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mundkrebs

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