Inkontinenz – Neue Indikation für die Magnetstimulations-Therapie

Krebsmagazin – Ausgabe Mai 2007

Vielen der rund sechs Millionen Inkontinenz-Patienten in Deutschland konnte mit der Magnetstimulations-Therapie seit ihrer Einführung vor fünf Jahren bereits geholfen werden. Inzwischen werden auch chronische Prostatitis und chronischer Beckenschmerz beim Mann mit der ExMi-Methode (Extracorporal Magnetic Innervation) behandelt. Auf dem Kongress der American Urological Association 2007 vom 19. bis 24. Mai in Anaheim / Kalifornien wurde eine österreichische Studie präsentiert, die die Wirksamkeit der Magnetstimulations-Therapie auch bei Impotenz und Inkontinenz nach radikaler Prostatektomie belegt.

Mehr als 50 urologische Kliniken oder Praxen in Deutschland bieten ihren Patienten die Magnetstimulations-Methode bereits an. Dabei setzen sich die Patienten voll bekleidet auf einen sogenannten NeoControl-Magnetstuhl. Dieser verfügt über einen speziell konstruierten Therapiekopf, der magnetische Impulse erzeugt und auf den Unterleib der Patienten fokussiert. Dadurch werden Nervenimpulse ausgelöst, die zur Kontraktion von Becken- und Blasenmuskeln und damit zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen. “Bei der Behandlung der Drang- und Belastungsinkontinenz, letztere in Kombination mit der Gabe von Duloxetin, erreichen wir eine rund 70-prozentige Erfolgsquote”, sagt Professor invit. Univ/Rum Dr. (IM Temeschburg) Michael Jordan, der diese Methode aus den USA nach Deutschland geholt hat. Schon 20 Sitzungen à 20 Minuten genügten in den meisten Fällen. “Die Ergebnisse einer gerade an der Universitätsklinik Mainz angelaufenen doppelblinden Placebo kontrollierten Vergleichstudie zu dieser einzigen standardisierten Beckenboden-Therapie werden mit Spannung erwartet”, so der Münchner Urologe weiter. Patienten mit Stuhlinkontinenz profitieren ebenfalls. In der Therapie der chronischen Prostatitis und des chronischen Beckenschmerz bei Männern, ist die Magnetstimulation mittlerweile auch eine feste Größe, wie eine Studie des St. Mary Hospital (London), publiziert im British Journal of Urology im Juni 2005, zeigt.

Aktuelle Studienergebnisse zur hohen Wirksamkeit des NeoControl-Magnetstuhls als prä- und postoperative Maßnahme bei Inkontinenz und Impotenz nach radikaler Prostatektomie präsentiert Univ. Professor Dr. Bob Djavan von der Universitätsklinik für Urologie an der Medizinischen Universität Wien auf dem amerikanischen Urologen-Kongress im Mai 2007. “Mit jeder neuen Studie nähern wir uns der Kostenübernahme durch die Krankenkassen”, so Professor Jordan. Denn anders als in den USA, wo die Magnetfeldtherapie seit 1998 zugelassen ist und von den Krankenversicherern übernommen wird, zahlen deutsche Kassen die Behandlung von rund 30 Euro pro Sitzung nicht.

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