FRACKING und Krebs – Niedersächsisches Krebsregister bestätigt: Erhöhte Neuerkrankungsrate an Leukämien und Lymphomen bei Männern in der Samtgemeinde Bothel (Landkreis Rotenburg/Wümme)

Nach einer Untersuchung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) hat die Samtgemeinde Bothel einen deutlich  erhöhten (signifikanten) Grad an Neuerkrankungen von Männern, die an Leukämien und Blutkrebs im Zeitraum von 2003 bis 2012 erkrankt sind.

Das Krebsregister Niedersachsen (EKN) nimmt hierzu in ihrer Mitteilung wie folgt Stellung:

Anlass der Sonderauswertung des EKN ist eine Anfrage des Landkreises Rotenburg zur Häufigkeit von Krebserkrankungen in der Samtgemeinde (SG) Bothel. In der Anfrage des Landkreises wurden 12 Diagnosegruppen
aufgeführt, für die überprüft werden sollte, ob die Neuerkrankungsrate in der Samtgemeinde Bothel erhöht sei.
Bei drei Diagnosengruppen sollte eine getrennte Auswertung für Männer („m“) und Frauen („w“) erfolgen, somit gibt es insgesamt 15 Untersuchungsgruppen. Alle 12 Diagnosegruppen zusammen genommen decken rund 98% aller Krebsfälle ab.  Als Vergleichsregion wurde der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg festgesetzt.
Ergebnisse:
In den Diagnosejahren 2003 – 2012 erkrankten in der SG Bothel 533 Personen neu an invasiven Krebserkrankungen.
494 Fälle wären zu erwarte gewesen.
Die folgende Tabelle gibt die Ergebnisse für die 15 Untersuchungsgruppen an:
SG Bothel_Neuerkrankungen zwischen 2003 und 2012 im Vergleich zur Vergleichregion LG Quelle: EKN – Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen

Die Zahl der „erwarteten Neuerkrankungen“ gibt an, wie viele Krebsneuerkrankungsfälle in der SG Bothel zu erwarten sind, wenn für  ihre Wohnbevölkerung die Krebsneuerkrankungsraten der Vergleichsregion gelten würden. Der angegebene „p-Wert“ ist ein zwischen Null und Eins liegender Beurteilungswert, der zeigt, ob die beobachte Erhöhung zufällig zustande gekommen sein kann. Liegt

bei einer der 15 Untersuchungsgruppen der p-Wert unterhalb von 0,0033 ist von einer statistisch auffälligen bzw. signifikanten Erhöhung zu sprechen. Damit ist in dem untersuchten 10 – Jahreszeitraum die Gruppe der Leukämien und Lymphome bei Männern in der SG Bothel statistisch deutlich erhöht. Bei rund 21 erwarteten Fällen wurden 41 Erkrankungen beobachtet.

Der entsprechende p-Wert liegt mit 0,0001 deutlich unter der Signifikanzschwelle von 0,0033, so dass bei einer Gesamtirrtumswahrscheinlichkeit von 5% die beobachtete Erhöhung als statistisch signifikant einzustufen ist. Für Frauen ist mit 15 beobachten Leukämie- und Lymphom-Erkrankungen bei 16,8 erwarteten Fällen keine Auffälligkeit zu erkennen. Ebenso ist keine weitere Untersuchungsgruppe statistisch auffällig erhöht. In einer vertiefenden Analyse der Diagnosegruppe Leukämien und Lymphome bei Männern zeigt sich, dass insbesondere bei Multiplen Myelomen und Non-Hodgkin-Lymphomen mehr Fälle beobachtet wurden, als zu erwarten waren. Ein zeitlicher Trend über die 10 Beobachtungsjahre ist nicht erkennbar.

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