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Februar 2009 „Mitleid ist die gefühlte Anteilnahme an Schmerz und Leid anderer.” Das zumindest erklärt die Internet Enzyklopädie Wikipedia. Demnach steht Mitleid auch in einem direkten Kontext zur Ethik. Gerade beim Thema Krebs spielen Mitleid und Ethik immer wieder eine große Rolle. Nicht zuletzt deshalb, weil es Zeitgenossen gibt, die genau mit diesen Gefühlen versuchen Geld zu machen.
Durch einen aufmerksamen Leser ist das Krebsmagazins auf ein wichtiges Problem für viele Menschen hingewiesen worden. Ein Abonnent unserer Zeitung war, nachdem er im Herbst vergangenen Jahres auf einen Werbebrief einer gemeinnützigen GmbH zur Förderung der Krebsforschung gespendet hat, weitere Male von dieser Firma um zusätzliche Spenden gebeten worden.
Die Dreistigkeit, mit der die Firma dabei vorgeht und mit dem Mitleid anderer Menschen spielt, veranlasste ihn schließlich, die Redaktion des Krebsmagazins um Rat zu fragen.
Um gleich eines vorweg zu nehmen: Es gibt sicherlich viele gute und sinnvolle Projekte, für die man auch weiterhin guten Gewissens Geld spenden sollte, insbesondere im Bereich der Krebsbekämpfung. Aber inzwischen tummeln sich auch einige professionelle Spendensammler, die auf Marktplätzen, mit Werbebriefen und Marketing-Tricks, Telefonanrufen oder Haustürsammlungen vor allem einem helfen wollen – Sich selbst! Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, wem man sein wohl verdientes Geld zukommen lässt.
Wieviele unseriöse Spendensammler es gibt, hierüber gibt es ebenso wenig Schätzungen, wie über die Höhe der von ihnen jährlich vereinnahmten Spendenbeträge. Das Dilemma ist, dass es gerade im Bereich der Krebsforschung neben der pharmazeutischen Industrie keine direkten Mittel des Staates zur Krebsforschung gibt. Die Forschungsanstrengungen im Bereich der Krebsbekämpfung erfordern daher ein hohes Maß an privater Finanzierung. Die bundesweit größte private Einrichtung zur Finanzierung wissenschaftlich basierender Krebsstudien ist die Deutsche Krebshilfe e.V. in Bonn, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert sowie beispielhaft und selbstverständlich nach ganz klaren Spenden-Richtlinien arbeitet. So besitzt jede Spendenaktion eine ausgewiesene Spendennummer, es werden grundsätzlich keine Bargeldsammlungen an der Haustür oder in Innenstädten durchgeführt oder gar über teure Anrufaktionen versucht, Gelder für den guten Zweck zu sammeln.
Die Transparenz, woher die Spenden stammen und wofür sie verwendet werden, überwacht das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das an die Organisationen, die ihre Zahlen offen legen, nach einer Prüfung das Spenden-Siegel vergibt. Das DZI-Spenden- Siegel ist für Spender eine wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfe, wem sie ihr Geld anvertrauen können. Denn die 236 Organisationen, die dieses Siegel tragen, haben einen nur geringen Anteil an Verwaltungskosten, sodass ein größtmöglicher Anteil der Spenden auch dem wirklichen Zweck zur Verfügung gestellt wird. In einem Pressebericht vom 3. Dezember 2008 weist das DZI auf ungewöhnlich viele Anfragen von Organisationen hin, die vorgeben sich der Krebsbekämpfung zu widmen. Trotz mehrfacher Bitten des DZI, die Einnahmen und Ausgaben offen zu legen, haben viele dieser Organisationen entsprechende Auskünfte verweigert – sicherlich nicht ohne Grund. Auch wegen Werbeschreiben, die nach Auffassung des DZI in ihrer Sprache überwiegend gefühlsbetont und in hohem Maße bedrängend sind, rät das Institut ganz konkret daher allen Spendern ausdrücklich davon ab, folgende Organisationen beziehungsweise Unternehmen mit einer Spende zu fördern:
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Das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) schlägt Alarm. | 1) HFK Krebsallianz gGmbH, Friedrichstraße 200, 10117 Berlin
2) VFK Krebsforschung gGmbH, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin
3) Stiftung Krebsbekämpfung gGmbH, Düsseldorfer Straße 50, 47051 Duisburg (Postfach 3007, 36243 Niederaula)
Dabei rührt die Negativauskunft dieser drei Organisationen nach Rücksprache mit Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) nicht allein daher, dass keine Einsicht in die Bücher gewährt wurde, sondern das vor allem ein Maß an Emotionalisierung in der werblichen Ansprache erfolgt ist, bei dem der Leser oder potentielle Spender unter einen illegitimen Entscheidungsdruck gerate. Dieser emotionale Entscheidungsdruck lasse keine wirkliche faire Entscheidungsmöglichkeit für eine Spende offen und gerade ältere Menschen können sich dem daraus resultierenden Handlungsdruck kaum entziehen. In diesem Zusammenhang weist das Zentralinstitut für soziale Fragen ausdrücklich darauf hin, „dass die genannten Organisationen in keinem Zusammenhang zu verlässlichen Vereinen wie etwa der Deutschen Krebshilfe e.V. in Bonn stehen”, so die Pressemitteilung. Aber auch die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. mit ihren Landeskrebsgesellschaften spielt in vielerlei Projekten und Aktionen für Patientenanliegen sowie wissenschaftlichen Forschungsprojekten eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Krebs. Schließlich bleibt anzumerken, das s das nicht vorhanden sein des Spendensiegels nicht unbedingt bedeutet, dass es sich bei der jeweiligen Organisation um eine „fragwürdige” Einrichtung handelt. Gott sei Dank gibt es gerade im Bereich der Onkologie viele engagierte, regionale Patientenvereine, Eltern- und Selbsthilfegruppen, die ohne Spendenunterstützungen nicht existieren könnten. Große Einrichtungen über die beispielsweise staatliche Fördermittel z.B. zur Förderung der Selbsthilfearbeit in den Bundesländern fließen, werden hingegen von staatlichen Stellen geprüft. Eine Negativauskunft wie eine Spendenwarnung des DZI, sollte einem jedoch aufmerksam machen.
Es lohnt sich also genau darauf zu achten, wem Sie Ihre Spende zukommen lassen. Wichtige Tipps zum Spenden sowie Auskünfte über die vom DZI geprüften 236 siegelführenden Spendenorganisationen finden Interessierte auch auf der Internetseite des Institutes: www.dzi.de
Auskünfte über nicht siegelführende Organisationen erteilt das DZI ebenfalls auf schriftliche Anfrage gegen Beilage von drei Briefmarken zu je 0,55 € je Auskunft. Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Bernadottestr. 94, 14195 Berlin.
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