Neues vom DEGRO-Jahreskongress: Strahlentherapeuten fordern Umdenken bei der Prostatakrebstherapie
Dezember 2008 Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) wurden Studienvorgestellt, die zunehmend die Bestrahlung des Prostatakrebs als Behandlungsalternative – vor allem bei älteren Patienten darstellt. Patienten im Frühstadium, bei denen also der Tumor lokal auf die Prostata begrenzt ist, könnten mit einer hochdosierten Strahlentherapie bei bis zu 90 Prozent der Tumore dauerhaft kontrolliert werden. Diese Erfolgsquote entspricht der einer operativen Entfernung der Vorsteherdrüse.
Für eine Strahlentherapie sprechen nicht nur die guten Erfolgsaussichten, sondern auch die geringere Rate an Komplikationen und Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz, die häufig als Folgen einer Operation auftreten. Dabei blieben so vielen Patienten erspart. Kam die Strahlentherapie früher erst nach einer Operation zum Einsatz, könne sie heutzutage in vielen Fällen ersetzt werden. Dies sei vor allem bei Patienten, die älter sind und einen auf den Tumor begrenzten Tumor haben der Fall.
Das Spektrum der Strahlentherapie wurde darüber hinaus in den letzten Jahren neben der Bestrahlung von außen, auch durch die sogenannte Brachytherapie (Internen Bestrahlung) einer sehr wirkungsvollen und schonenden Form der Bestrahlung ergänzt.
Prof. Dr. Volker Budach, Präsident der DEGRO verwies darauf, dass diese Erfolge durch die Fortschritte im Bereich der bildgebenden Verfahren in Kombination mitmodernen Bestrahlungsgeräten ihre Ursache haben. Aufgrund der wesentlich geringeren Quote an Nebenwirkungen forderte er ein Umdenken in der Prostatakrebstherapie:„Heutzutage muss nicht mehr jeder Mann mit einem Prostatakrebs operiert werden. Die Therapieentscheidung sollte vielmehr interdisziplinär(fachübergreifend) und nach dem individuellen Risikoprofil der Krebserkrankung sowie nach umfassender Aufklärung des Betroffenen über alle zur Verfügung stehenden Alternativen getroffen werden.“