Neue Ausdauer und besseres Lebensgefühl - Reha-Sportgruppe: Für viele empfehlenswert 
 
 Trainerin Wilma Saathoff und die Teilnehmer der Reha-Sportgruppe.                  (Foto:ch)
 
Februar 2009
Eine Sporthalle im ostfriesischen Upgant-Schott. Der Hallenboden des TV-Marienhafe ist, wie Hallenböden nun einmal sind. Mit den Markierungen für Ballsportarten – Basketball, Handball, Volleyball und natürlich Fußball. Es ist Donnerstag und wie jeden Donnerstag steht eine Gruppe von Männern im Kreis. Alle folgen den Anweisungen einer Frau. Die positive Stimmung ist nicht zu übersehen. Und doch sind alle sehr konzentriert. Wilma Saathoff leitet diese Männergruppe. Sie ist ausgebildete Fachübungsleiterin Sport in der Krebsnachsorge – schon seit Jahren. Hier in der Sporthalle in Upgant- Schott geht es donnerstags nicht um Leistungssport, sondern um Ausdauer-, Kraft- und Entspannungsübungen. Kraftübungen sind sehr wichtig für den Muskelaufbau, sowie bei Muskelschwund. Das Gleichgewicht und die Koordination werden ebenso geschult, wie der Atemapparat, die Konzentration oder auch Geduld und das Gedächtnis.

 
Auch Freude und Spaß kommen bei Training nicht zu kurz.                             (Foto: ch.)
 
Auch wenn die Übungen zumeist leicht anzuschauen sind, so hat doch jeder einzelne Bewegungsablauf seinen sportmedizinischen-rehabilitativen Hintergrund. Für jede Stunde stellt Wilma Saathoff die Übungen individuell zusammen. Beim spontanen Mitmachen erfährt man, dass man schnell an seine eigenen Grenzen kommen kann. Auch wenn es sicherlich beim ersten Mal Überwindung kostet, ein solches Angebot wie hier in Ostfriesland aufzusuchen, so stellt sich, wenn man sich dann aufgerafft hat, schnell Freude und Spaß ein. Manch einer hat im Urlaub beim Bergwandern oder bei der Arbeit festgestellt, dass er viel Leistungsfähiger geworden ist. „Kein Wunder“, sagt die Übungsleiterin, stärkt Sport doch nachweislich nicht nur das Immunsystem, sondern auch das Wohlbefinden.
 
Für Siegfried Coordes, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs in Norden, auf dessen Initiative die Gruppe vor nunmehr fünf Jahren gegründet wurde, ist die Teilnahme an der Donnerstags-Sportgruppe seit Jahren selbstverständlich. „Krebs und Sport – das gehört zusammen und das verbindet die Menschen auch untereinander“, weiß er. Neben dem wöchentlichen Sport in der Krebsnachsorge und dem monatlichen Gruppentreffen seiner Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe haben sich vielfältige gemeinsame Projekte ergeben. Das sind beispielsweise das gemeinsame Frühstück mit den Ehefrauen, der Besuch kultureller Veranstaltungen, gemeinsame Wattwanderungen oder Grillabenden. Dieser freundschaftliche Umgang untereinander ist es, der auch für Außenstehende jeden Donnerstag in der Sporthalle in Upgant Schott spürbar ist.

 
Was sich so selbstverständlich anhört, bestätigen auch die sportmedizinischen Erkenntnisse, die sich immer mehr auch für die onkologischen Nachsorge in aktuellen Studien bestätigen. Wilma Saathoff, die auch andere Gruppen trainiert, weiß aus Erfahrung: „Gerade bei Krebserkrankungen gibt es vielfältige Bewegungs- und Funktionsübungen für die Betroffenen. Wichtig ist, dass jeder selbst dosiert, wie weit er leistungsmäßig gehen kann. Denn es steht die sportliche Betätigung im Vordergrund und nicht der Leistungssport.“

Interessierte können über Volkshochschulen, dem Landessportbund oder dem Behinderten Sportverband Kurse erfragen. Schließlich kann Sport in der Krebsnachsorge vom Arzt verordnet werden, da es nicht unter die Budgetierung fällt.


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Rubrik: Aktuell
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