Archiv für die Kategorie „Nachsorge“

Darmkrebs in der Familie? Früherkennung tut Not!

Obwohl Familienangehörige von Patienten mit Darmkrebs eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung von Krebserkrankungen des Dickdarms und Enddarms sind, fallen sie im deutschen Gesundheitswesen noch zu oft durchs Raster. Anlässlich des Darmkrebsmonats rufen die niedergelassenen Krebsspezialisten dazu auf, Darmkrebspatienten und deren Familien konsequent über den enormen Nutzen der Krebsfrüherkennung bei Angehörigen von Darmkrebspatienten zu informieren, um so das Risiko zu verringern.
BNHO_Darmkrebs in der Familie_Früherkennung
Der Darmkrebs ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung der inneren Organe. Im Laufe des Lebens erkrankt einer von 14 Männern und eine von 18 Frauen daran. “Wird die gesamte Lebensspanne betrachtet, beträgt das Risiko, einen Darmkrebs zu entwickeln, über alle Bevölkerungsgruppen hinweg etwa fünf Prozent
(1)“, betont Dr. Michael Eckart aus Erlangen, Mitglied im Vorstand des Berufsverbands der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V..

Bei drei von zehn Patienten gab es schon Darmkrebs in der Familie
Doch nicht bei allen Menschen ist das Risiko gleich hoch. Alte Menschen erkranken häufiger an Darmkrebs als jüngere Menschen. Männer erkranken früher als Frauen. Besonders gefährdet sind Familienangehörige von Darmkrebspatienten, vor allem Eltern, Kinder und Geschwister. “Sie haben im Vergleich zu Menschen aus Familien ohne Darmkrebserkrankungen ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst einen Darmkrebs zu entwickeln”, betont Eckart. In Deutschland finden sich bei knapp 30% aller Patienten mit Darmkrebs Familienangehörige, die ebenfalls an Darmkrebs erkrankt waren (2).Das heißt: Jeder dritte Darmkrebspatient hat statistisch gesehen einen nicht erkannten Darmkrebsfall in der eigenen Familie.

Verwandte ersten Grades haben doppelt so hohes Risiko
Wie hoch das Risiko der Familienangehörigen von Darmkrebspatienten ist, hängt davon ab, um welche Darmkrebsform es sich handelt und wie eng das Verwandtschaftsverhältnis ist. Bei der großen Mehrheit der so genannten sporadischen, also nicht direkt erblichen Darmkrebsformen ist das Risiko für Verwandte deutlich erhöht: “Wir gehen davon aus, dass das Risiko bei Verwandten ersten Grades von Darmkrebspatienten zwei- bis dreimal so hoch ist. Tritt der Darmkrebs vor dem 60. Lebensjahr auf, ist es sogar drei- bis vierfach erhöht (1)“, so Eckart.

Bewusstsein für familiäres Darmkrebsrisiko schärfen
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen möchte der BNHO Darmkrebspatienten für das erhöhte familiäre Darmkrebsrisiko sensibilisieren und ihre Familienmitglieder zur frühzeitigen Vorsorge motivieren. Gleichzeitig appellieren die niedergelassenen Krebsspezialisten an alle Ärzte, die mit Darmkrebspatienten in Kontakt kommen, diese nicht nur allgemein darüber aufzuklären, dass Darmkrebs in Familien gehäuft auftreten kann. “Stattdessen muss aktiv nach Angehörigen gefragt werden, und alle Indexpatienten sollten Informationsmaterial für jeden näheren Angehörigen erhalten”, so der BNHO-Vorsitzende Prof. Dr. Stephan Schmitz.

Das Medizinsystem hat bisher für die systematische Einbeziehung der Verwandten keine Möglichkeiten geschaffen. Eine weitere wichtige Rahmenbedingung wäre die Vernetzung und Integration verschiedener ärztlicher Fachgruppen bei der Behandlung und Erkennung des familiären Risikos. Eine solche Zusammenarbeit würde nicht nur ermöglichen, frühzeitig Patienten mit Risiko zu identifizieren, sondern bereits Erkrankten eine qualitativ optimierte Versorgung zukommen zu lassen.

Quelle: Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e.V.

DKK 2016: Krebsprävention: Vernachlässigter Bereich unseres Gesundheitswesens?

Krebsprävention und Krebsfrüherkennung sind die wichtigste Basis für ein Leben ohne Krebs. Angesichts steigender Neuerkrankungszahlen müsse in Deutschland jedoch deutlich mehr als bislang in diesen Bereichen getan werden, so das Experten-Fazit auf einer Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2016. Auf der Veranstaltung wurden aktuelle Erkenntnisse aus der Präventionsforschung vorgestellt und Maßnahmen aus dem Bereich der Primärprävention, der Früherkennung und der Prähabilitation diskutiert.

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„Wir haben mittlerweile Belege dafür, dass eine nachhaltige Änderung des Lebensstils tatsächlich etwas bringt. Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört oder bei einem Body-Mass-Index von mehr als 30 sein Gewicht reduziert, der kann auch tatsächlich sein Krebsrisiko senken“, erklärte Prof. Dr. Olaf Ortmann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Krebsgesellschaft auf der Veranstaltung. Jetzt gehe es vor allem darum, die entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen zu formulieren, sowohl für die Aufklärung der Bevölkerung als auch zur Risikovermeidung. „Leider wissen wir zu wenig darüber, wie wir große Bevölkerungsgruppen nachhaltig zur Vermeidung von Risiken motivieren und dabei unterstützen können. Hier ist deutlich mehr wissenschaftliche Forschung notwendig“, so Ortmann.

Für strukturierte und qualitätskontrollierte Konzepte zur risikoadaptierten Prävention bei erblich bedingten Krebserkrankungen plädierte Prof. Dr. Rita Schmutzler, Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs in Köln. Schätzungsweise bei einem Drittel aller Brust-, Darm- und Prostatakrebserkrankungen sind genetische Risikofaktoren im Spiel. Bis vor kurzem waren nur einige Hochrisikogene wie BRCA1 und BRCA2 bekannt, die jedoch nur einen Teil dieser erblich bedingten Fälle erklären. Mit den neuen technischen Möglichkeiten der genomweiten Analyse werden gegenwärtig eine Reihe weiterer Risikogene identifiziert, die in Zukunft eine präzisere und individuelle Risikoberechnung ermöglichen werden. Dies betrifft nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern auch Informationen über den spezifischen Tumorsubtyp. Prinzipiell kann dadurch die Effektivität von Früherkennungsprogrammen, wie z. B. das Mammographiescreening deutlich verbessert werden. Doch bei welchem Risiko oder Tumorsubtyp sind welche klinischen Maßnahmen nötig? Für welche Patientin kommt wann welche Früherkennung infrage? Schmutzler: „Angesichts dieser komplexen Fragen brauchen wir eine qualitätsgesicherte Gendiagnostik, die den Bogen vom Labor bis in die Klinik spannt und sich auf aussagekräftige Studien stützt. Die Grundvoraussetzung dafür sind neu zu errichtende Register zu familiären Tumorerkrankungen, um die Effektivität unserer Präventionsmaßnahmen bei erblichen Krebserkrankungen zu erfassen und kontinuierlich zu messen.“

Wie wichtig es ist, Früherkennungsmaßnahmen durch Forschung zu begleiten, zeigen die Studien von Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Brenner, der Preisträger des Darmkrebs-Präventionspreises 2015, untersucht die Wirksamkeit der Darmkrebsfrüherkennung seit mehr als zehn Jahren. Durch seine Untersuchungen konnte er z. B. zeigen, dass bis zu 90 Prozent der Darmkrebsfälle durch eine Vorsorge-Koloskopie verhütet werden könnten und das Darmkrebsrisiko nach einer Vorsorgekoloskopie ohne auffälligen Befund über mehr als zehn Jahre sehr niedrig ist. Dieses Ergebnis unterstützt die derzeitige Praxis eines Zehn-Jahres-Intervalls bei der Vorsorge-Koloskopie. Trotz dieser Bestätigung ist die Akzeptanz für die Vorsorge-Koloskopie in der Bevölkerung nach wie vor niedrig. Deshalb gehe es vor allem darum, organisierte Einladungsverfahren zu implementieren, in denen die berechtigten Versicherungsnehmer individuell angesprochen und über die verfügbaren Screeningverfahren aufgeklärt werden. „Außerdem müssen neue Methoden evaluiert werden, die die Akzeptanz des Screenings in der Bevölkerung erhöhen“, so Brenner.

Anders als beim Darmkrebs gibt es beim Lungenkrebs bislang noch kein geeignetes Screeningverfahren. Einer amerikanischen Studie zufolge kann zwar eine jährliche Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) die Lungenkrebs-Sterblichkeit bei starken Rauchern um 20 Prozent senken. Doch die Rate falsch positiver Ergebnisse ist hoch, d. h. manche Teilnehmer müssen wieder einbestellt werden, um verdächtige Befunde zu überprüfen, die sich dann gar nicht als Lungenkrebs herausstellen. Die Ergebnisse der LUSI-Studie, einer randomisierten kontrollierten Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern, zeigen, dass der falsche Alarm ab der zweiten Screening-Runde unter bestimmten Bedingungen abnehmen kann. „Verdächtige Befunde im ersten CT, die sich in der darauffolgenden Untersuchung nicht verändert haben, sind offensichtlich keine Krebsherde. Eine erneute Abklärung ist deshalb nicht mehr notwendig“, erklärt LUSI-Studienleiter Prof. Dr. Nikolaus Becker vom DKFZ Heidelberg. Allerdings gehen die „falschen Alarme“ nur zurück, wenn die Vorbefunde früherer Screeningrunden für diese Beurteilung vorliegen, ein Lungenkrebs-Screening also als „organisiertes Screening“ durchgeführt würde. Die Endauswertung von LUSI und anderen europäischen Studien zur Lungenkrebsfrüherkennung ist für die nächsten ein bis zwei Jahre geplant.

Vorbeugen hilft möglicherweise auch dann noch, wenn der Krebs schon diagnostiziert ist, so PD Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln. Dieses junge Forschungsfeld wird unter dem Begriff Prähabilitation zusammengefasst und steht für das Verbinden von Prävention und Rehabilitation. Das Konzept: Eine rechtzeitige bewegungstherapeutische Intervention unmittelbar nach der Krebsdiagnose soll die Patienten körperlich auf die Therapiephase vorbereiten. Nach dem Motto „Fit für die Krebsbehandlung“ wollen die Wissenschaftler so möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen vorbeugen. „Erste Daten zeigen, dass die Prähabilitation nicht nur die Nebenwirkungen der Krebsmedikamente verhindert, sondern auch die Therapiedosierung während der Behandlung beibehalten werden kann. Außerdem lassen sich Krankenhaustage reduzieren“, betonte Baumann.

Quelle: Deutscher Krebskongress DKK 2016

Kinderwunsch trotz Krebs – wer arm ist, hat das Nachsehen

Auf dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe steht ein Antrag der Frauen Union zur Diskussion (Antrag D158), der die “Technisierung der Fortpflanzung” kritisiert. Einige Fragen der Kinderwunschmedizin werden in einem Atemzug mit dem Klonen von Menschen genannt. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs weist auf die Nöte der jungen Patientinnen und Patienten mit Krebs hin und fordert eine Differenzierung der Debatte. Fruchtbarkeitserhaltende medizinische Maßnahmen bei Krebs dürfen nicht in den Dunstkreis einer Stigmatisierung geraten. Vielmehr sollten sie als integraler Teil der Krebsbehandlung von den Krankenkassen finanziert werden.

Kinderwunsch nach Krebs Wer arm ist hat das Nachsehen
Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 39 Jahren mit Krebserkrankungen haben heute eine Heilungschance von 80 Prozent. Kehrseite der Medaille sind die Nebenwirkungen. So führen Chemotherapie und Bestrahlung häufig zum Verlust der Fruchtbarkeit. Dabei könnten heute Eizellen oder Eierstockgewebe und Sperma vor vielen Krebsbehandlungen entnommen und durch Einfrieren konserviert werden. So bliebe die Chance erhalten, später eine Familie mit eigenen Kindern zu gründen. “Die Fortschritte der Reproduktionsmedizin können für diese jungen Menschen ein Segen sein”, so Prof. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V..

Aufklärung vor der Behandlung – viel zu selten
Junge Krebspatientinnen und -patienten klagen über die Missachtung des fundamentalen Wunsches nach Familie und Kind. Die 35-jährige Studentin Andrea Voß hatte ein Hodgkin-Lymphom und wurde erfolgreich behandelt. “Als Patientin wurde ich vor der Chemotherapie nicht ausreichend aufgeklärt, dass ich als Folge der Therapie unfruchtbar werden könnte. Ich hatte fast den Eindruck, dass bei Krebspatientinnen erst gar nicht an den Wunsch nach Gründung einer Familie mit eigenen Kindern gedacht wird. In dieser existenziellen Situation ist der Kopf einfach zu voll, so dass ich zu dem Zeitpunkt auch nicht daran gedacht habe. Durch die Entnahme von Eizellen vor der Therapie hätten junge Frauen wie ich eine Chance, eine Familie zu gründen”, so Voß.

Hohe Kosten – wer arm ist, hat das Nachsehen
Aber selbst wenn das Thema rechtzeitig angesprochen wird, ist das Problem noch nicht gelöst. Denn die Krankenkassen bezahlen die fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen in der Regel nicht. “Für die jungen Frauen kosten die Medikamente für die Eizell-Stimulation, die Entnahme und die Konservierung mehr als 3.000 Euro. Da die Krankenkassen nicht zahlen, heißt das: Nur wer Geld hat, kann sich die Chance auf eigene Kinder leisten”, so Freund. “Falls die Politik, wie im aktuellen Parteitagsantrag gefordert, auch ein Verbot der Kostenübernahme durch Unternehmen für deren Angestellte festschreiben sollte, wäre das ein weiterer Stein in der Mauer der sozialen Ungerechtigkeit.”

“Fast wie eine zweifache Bestrafung”
Andrea Voß sagt: “Während einer Krebserkrankung sind die finanziellen Mittel extrem eingeschränkt. Eine Eizellentnahme und -konservierung können sich die meisten schlicht und ergreifend nicht leisten. Das führt zu einer noch stärkeren seelischen Belastung. Ich erlebe das fast als zweifache Bestrafung – erst durch die Erkrankung, und dann nimmt man uns auch noch die Chance auf eine Familie mit eigenen Kindern.” Michael Oldenburg, Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, erklärt: “Nicht nur die jungen Frauen sind betroffen. Die Kosten für die Spermakonservierung sind zwar geringer, doch werden auch sie nicht übernommen. Kinderwunsch und Familienplanung werden bei den jungen Männern bei der Krebsdiagnose viel zu selten thematisiert. Die notwendige Aufklärung und Zuwendung geht in der täglichen Zeitnot allzu oft unter. Nach Chemotherapie oder Bestrahlung ist es dann zu spät.”

Die Gesellschaft muss die Chance auf ein Kind ermöglichen!
Jedes Jahr erkranken 15.000 junge Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Prof. Freund: “Natürlich gibt es kein einklagbares Recht auf ein Kind, aber es muss das Recht auf eine Chance geben. Und genau diese Chance rauben wir vielen jungen Menschen mit Krebs heute noch. Deshalb fordern wir die Kostenübernahme für die Fruchtbarkeitserhaltung im Rahmen der Krebsbehandlung.”

Quelle: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene und Krebs

Über Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

Für junge Erwachsene bedeutet die Krebsdiagnose häufig einen gravierenden Einschnitt in die gesamte Lebens- und Zukunftsplanung. Plötzlich sehen sie sich mit besonderen Problemen und Entscheidungen auch außerhalb der Krankheit konfrontiert: Kinderwunsch und Familienplanung, die mögliche Unterbrechung des Ausbildungsweges oder wirtschaftliche und soziale Notlagen. Themen, die neben der bestmöglichen Krebstherapie in den Vordergrund rücken. Hier setzt die “Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs” an und möchte durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens junge Betroffene unterstützen und begleiten. Die Stiftung möchte ein Ansprechpartner sein für alle Fragen von Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Wissenschaftlern, Unterstützern und der Öffentlichkeit.

Krebs erforschen. Zukunft spenden. Gemeinsam mit Ihnen!
Die Arbeit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs wird ausschließlich durch Spenden finanziert und erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Aus diesem Grund ist jede – noch so kleine – Spende wichtig. Durch Ihre Spende helfen Sie uns bei der Förderung von Forschungsprojekten, beim Aufbau eines Netzwerks von Spezialistinnen und Spezialisten oder bei der Weiterentwicklung der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Damit unterstützen Sie uns, jungen Menschen mit Krebs zu helfen.

VONEINANDER LERNEN – MITEINANDER IM DIALOG – Tagung der niedersächsischen Krebsselbsthilfegruppenleiter in Stapelfeld (Cloppenburg)

Auf Einladung der Niedersächsischen Krebsgesellschaft e.V. und der Selbsthilfegruppe miKado e.V. – mit Krebs, aber doch optimistisch – aus Vechta fand am 05.09.2015 in der Katholischen Akademie Stapelfeld bei Cloppenburg die jährliche Tagung der niedersächsischen Krebsselbsthilfegruppenleiter statt. Zu diesem nun schon siebten Treffen waren gut 50 Vertreter aus verschiedenen Selbsthilfegruppen aus ganz Niedersachsen angereist.

Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto: „So geht Vernetzung“. Nach der Begrüßung durch die Organisatoren hielt die Juristin Nora Parakenings vom Sozialverband Vdk aus Cloppenburg einen Vortrag über „Selbsthilfegruppen – bedürfnisorientierte Verknüpfung medizinischer, sozialer und kultureller Aspekte“. Anschließend ergab sich eine angeregte Diskussion mit hilfreichen Informationen, die nicht nur von Frau Parakenings, sondern auch aus dem Plenum kamen, besonders in Bezug auf mögliche finanzielle Förderungen von Selbsthilfe in Niedersachsen.

Referenten

FOTO: von links nach rechts:
(v.l.n.r.: Annette Schmidt (Nds.KG), Gerd Hoppe (miKado), Bettina Hallmann (Nds.KG), Bettina Radola (miKado), Dr. Barbara Kappenberg (Kath. Akademie Stapelfeld)

Der zweite Teil des Vormittags wurde durch „Blitzlichter“ von acht verschiedenen Experten auf dem Podium gestaltet, die Tipps gaben, wie eine Vernetzung von Selbsthilfegruppen gelingen kann. Dabei hatten die Zuhörer auch die Möglichkeit, Fragen zu konkreten Anliegen zu stellen.

Blitzlichter_schmal

Nach der Mittagspause und Gelegenheit zum Austausch konnten die Tagungsteilnehmer an folgenden Workshops mitarbeiten:

1. Vernetzung nach außen über gelungene Pressearbeit
Leitung: Gabi Westerkamp, Journalistin, Cloppenburg

2. Vernetzung über Schnittstellen zwischen Selbsthilfe und Professionellen
Leitung: Rita Otten, Ltg. Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, Cloppenburg

3. „Gute Projekte“ Vernetzung über Projektarbeit und Kooperationen
Leitung: Gerd Hoppe, Fundraising Manager (FA), Projekt Manager, Essen

Dass in jedem Workshop gut und konzentriert gearbeitet wurde, zeigte sich in der anschließenden Zusammenfassung „Das Wichtigste – kompakt für alle“. Viele Anregungen und Tipps konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen, und vielfach bestand der Wunsch nach Vertiefung.

Vortragssaal

Die Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V. veranstaltet diese Tagung einmal jährlich in Zusammenarbeit mit einer Krebs-Selbsthilfegruppe aus Niedersachsen. Veranstaltungsorte waren bisher Ganderkesee, Stade, Verden, Lüneburg, Bad Zwischenahn und Cloppenburg. Das nächste Treffen wird voraussichtlich im September 2015 im Heidekreis stattfinden.
Quelle: Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V.   -   Bettina Hallmann und Annette Schmidt
Königstraße 27, 30175 Hannover
Tel.: 05 11 – 3 88 52 62
Fax: 05 11 – 3 88 52 62
E-Mail: service@nds-krebsgesellschaft.de
Internet: www.nds-krebsgesellschaft.de

 

Ruderregatta Düsseldorf voller Erfolg ! – Benefizprojekt für die Krebsberatung Düsseldorf

„Düsseldorf am Ruder“ – Gelungener Auftakt der Benefiz Regatta: 57 Teams ruderten im Hafen für einen guten Zweck

JPG_Ruderregatta D voller Erfolg - Benefizprojekt d Krebsgesellschaft NRW und Ruderclub Germania

57 Teams stellten sich der Herausforderung der Benefiz-Regatta „Düsseldorf am Ruder für Menschen mit Krebs“ und ruderten im Medienhafen vier Mal die Strecke von 250 m. Es haben alle Boote nicht nur die Ziellinie erreicht, sondern auch Spaß im Team und am Rudern gehabt – und vor allem etwas für den guten Zweck getan.

Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (ganz Links im Bild bei der Siegerehrung) sowie Melanie Lack, Vorsitzende vom Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V. und der erste stellvertretende Vorsitzende Kurt Nellessen als Veranstalter freuten sich über die besonders große Resonanz und den gelungenen Auftakt. Auch waren Professor Dr. Rainer Haas vom Universitätstumorzentrum Düsseldorf (Unterstützer der Regatta) ebenso begeistert wie der zweimalige Weltmeister und Olympiasieger von 2012 Lukas Müller und Sportamtsleiter Pascal Heithorn als „Sportliche Botschafter“.

Professor em. Dr. Heribert Jürgens, Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW, sprach zum Start der Regatta von dem Beginn einer hoffentlich langen Freundschaft mit der Germania, die seit Anfang des Jahres besteht. Germane Lukas Müller gab kurz darauf das Startkommando für die Veranstaltung: „Attention – go“! Auch Olympiasieger Ansgar Wessling, der wie Lukas Müller Jahre zuvor 1988 Olympia-Gold im Deutschland-Achter erkämpfte und hier nun mit Ruderanfängern an den Start ging, freute sich riesig: „Ich bin aber auch entsetzlich nervös.“ Lukas Müller ruderte zwar nicht mit, gab aber Motivation u.a. bei einem gemeinsamen Foto mit dem Stadtsportbund Düsseldorf. Das Team hätte ihn natürlich am liebsten als Ersatzmann aktiviert.

Beim Sport steht eigentlich das Ergebnis im Fokus, doch auf dieser Regatta war vieles anders. Hier ging es nicht in erster Linie ums Gewinnen. Es zählte das Motto: „Dabei sein ist alles“. Die Steuerleute der Germania feuerten die Teams vom ersten bis zum letzten Ruderschlag an: „Die Beine! Die Arme, ziehen!“ Direkt vor dem Startschlag: „Groß sitzen!“ Ja, alle Muskeln wurden gebraucht! Auch die Lachmuskeln, als das Boot der Krebsgesellschaft NRW plötzlich umkippte und sich die Frischlinge im Wasser abkühlten.

Zum Abschluss wurden die Erstplatzierten geehrt. Sie erhielten Hotelübernachtungen, Brunch- und Trainingsgutscheine, Fortuna-Karten und vieles mehr, gestiftet vom Courtyard Hotel, Holmes Place, Flughafen Düsseldorf, QVC Handel, AOK, Barmer GEK und der Awista. Rolf Steinert, Hoteldirektor des Courtyard Düsseldorf sagte bei der Anfrage zu der Benefiz-Regatta sofort zu: „Es freut mich ganz besonders, die Veranstaltung gemeinsam mit der Krebsgesellschaft und dem Ruderclub als enge Nachbarn unseres Stadtbezirkes durchführen zu können.“ Ein Großteil der Einnahmen kommt der Krebsberatung Düsseldorf zugute. Wie viele schaut er bereits in die Zukunft: „Es war hoffentlich nicht das einzige Mal.“

Sieger der Frauen war das Team „Rheinfire“, bei den Männern gewannen das Team „Schimunek“ und in der Kategorie der Mixed-Boote „Die Ruhrsprinter“. Der Preis für das kreativste Outfit ging an die Rheinpiraten der BARMER GEK, die sich allesamt positiv äußerten, u.a. mit einem großen Kompliment an die Trainer und Ruderinnen und Ruderer der Trainingsabteilung, die jedes der 57 Boote in drei bis vier Trainingseinheiten ruderfit machten. Allen voran Jan Milles, der zudem alles koordinierte. „Wir kommen im nächsten Jahr wieder!“

Rund um die Rennen tauschten sich an den Ständen die Teilnehmer und Zuschauer aus, u.a. am „Netzwerkstand Onkologie Düsseldorf“ mit Universitätstumorzentrum, Evangelischem Krankenhaus, Marienhospital, Florence-Nightingale- und mit dem St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf oder an anderen Ständen.

Prof. em. Dr. Heribert Jürgens, Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW, freut sich, dass die gemeinsame Aktion „Düsseldorf am Ruder“ nun gestartet ist und will im kommenden Jahr unbedingt auch mit ins Ruderboot steigen. Er verweist darauf, dass etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar seien. „Es ist zum Beispiel wichtig, das Gewicht im Griff zu haben. Viel Bewegung mindert das Risiko, an Krebs zu erkranken.“

Der Erlös von rund 15.000 Euro kommt der Krebsberatung Düsseldorf zu Gute. Die Beratungsstelle im Stadtteil Bilk bietet Krebspatienten und Angehörigen Beratung und Unterstützung an.

„Das Event ist in jedem Fall positiv besetzt. Die Basis ist gelegt, es ein wirklich guter Auftakt“, so Peter Schwabe, Präsident des Stadtsportbundes Düsseldorf e.V., der zwar aufgrund seiner Position den Blick auf den Sport dieser Veranstaltung hat, doch den Gesundheitsaspekt ebenso hervorhebt.

Auch das Ehrenamt ist nicht zu vernachlässigen: Hier war Ulrich Kieselstein beim Stand der Knochenmarkspenderzentrale aktiv und nahm Proben von Menschen entgegen, die sich als potentielle Spender registrieren lassen wollen. Er will im Ruhestand nicht still sitzen und zuschauen, sondern weiterhin für das Gute aktiv sein. Als ehemaliger Ruderer in Worms, Gießen und Frankfurt reizt es ihn schon, im kommenden Jahr mal wieder ins Boot zu steigen und auch auf dem Wasser aktiv dabei zu sein.

www.duesseldorf-am-ruder.de
Quelle: Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.
Tel.: 02 11 / 15 76 09 92 – Dinah Oelschläger oelschlaeger@krebsgesellschaft-nrw.de

Hallo Chef, ich komme wieder“ – Beruflicher Wiedereinstieg, Frühverrentung oder….?

1. Hagener Krebsinformationstag am 21. August 2015 in der Stadthalle Hagen bietet Antworten und Gesprächsmöglichkeiten zu diesem häufig wiederkehrendem Thema.

Nach erfolgter Therapie stellt sich für Viele die Frage nach der Rückkehr ins Berufs- und Erwerbsleben. Bettina Sommer, Sozialarbeiterin der Klinik Sonneneck reist an diesem Tag von der Nordseeinsel Wyk auf Föhr an, um über sozialrechtliche Fragen wie Frühverrentung oder Möglichkeiten der beruflichen Wiedereinstiegs Auskunft zu gegeben und Fragen Betroffener zu beantworten.

Schon jetzt im Vorfeld können individuelle Gesprächstermine mit ihr zur Klärung individueller Fragen im Tagungssekretariat unter Tel.: 05262 696 99 55 oder Mail: redaktion@krebsmagazin.de  vereinbart werden.

Weitere Infos über den Ablauf und das Programm des Hagener Krebsinformationstages können Interessierte unter www.krebsinformationstag.de  heruntergeladen werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Bettina Sommer, Sozialarbeiterin der Klinik Sonneneck, Wyk auf Föhr

Sport trotz Krebs

Stiftung Leben mit Krebs ruft zur Aktionswoche auf und fördert jedes Projekt mit 150 Euro

Stiftung LEBEN_Beispiel für Aktionstag 2014_Gymnastikübungen_mitmachen

In Deutschland sind über fünf Millionen Menschen an Krebs erkrankt. Die Diagnose verändert das Leben schlagartig. Viele Krebspatienten ziehen sich zurück, nur wenige treiben Sport. Dabei verbessert körperliche Aktivität die Lebensqualität und verringert Symptome wie Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Außerdem steigert die Bewegung das Selbstwertgefühl und die Vitalität.

Aus diesem Grund veranstaltet die Stiftung Leben mit Krebs vom 5. bis 12. September die Aktionswoche „Sport und Bewegung für Menschen mit Krebs“ in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Sportvereine, Reha-Kliniken, Selbsthilfegruppen, onkologische Einrichtungen und weitere Institutionen können sich anmelden und einen Aktionstag für Krebspatienten durchführen. Die Registrierung erfolgt über www.sportfest-krebs.de.

Im vergangenen Jahr haben über 80 Vereine teilgenommen und insgesamt über 1.700 Krebspatienten motivieren können. „Die Teilnehmer waren mit Eifer dabei, obwohl sich manche mitten in der Chemophase befinden. Bei der Ausgabe der Urkunden kamen nur positive Rückmeldungen. Unisono hieß es: Das würden wir wieder machen!“, so eine Krebspatientin über den Aktionstag ihrer Gruppe.

Erlaubt ist, was gut tut

„Durch gemeinsame sportliche Betätigung kommen Patienten zusammen und überwinden die krankheitsbedingte Isolation. Sie gewinnen neuen Lebensmut und motivieren andere Betroffene. Mit der Aktionswoche möchten wir erreichen, dass sich Patienten trotz der Krankheit trauen Sportliches zu leisten“, erklärt Klaus Schrott, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Leben mit Krebs. Deshalb wird jede Organisation, die in der Aktionswoche ein Sportprogramm für Krebspatienten anbietet, von der Stiftung unterstützt. Das kann ein Walkingkurs sein oder eine gemeinsame Fahrradtour, leichtes Ausdauertraining oder Gymnastik. Erlaubt ist, was gut tut.

Unterstützung bei Organisation

Bei Teilnahme von mindestens zehn Betroffenen und Abgabe einer kurzen Dokumentation, erhält die Gruppe 150 Euro. Hilfestellung bei der Organisation, Durchführung sowie Gestaltung des Sportprogrammes gibt es ebenfalls. Dr. Freerk Baumann (Deutsche Sporthochschule Köln) und Dr. Joachim Wiskemann (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg) haben Vorschläge für das Bewegungsprogramm am Aktionstag entwickelt. „Körperliche Aktivität gehört zu einer der wichtigsten Nachsorgemaßnahmen für Krebspatienten. Mit der Aktionswoche möchten wir diesen Aspekt hervorheben und der breiten Öffentlichkeit bekannt machen“, sagt Wiskemann. „Es ist nie zu spät mit Bewegung zu beginnen“, fügt Baumann hinzu. Die Vorschläge der Sportmediziner und die Anleitung für den Aktionstag finden Organisationen unter www.sportfest-krebs.de.

Quelle: Stiftung Leben mit Krebs

www.stiftung-leben-mit-krebs.de

TROMMELN für das LEBEN !

kostenfreier Trommelworkshop beim #Krebsinformationstag

Trommeln bewegt, beflügelt und Trommelrythmen aktivieren in uns Bereiche, die Körper, Geist und Seele ansprechen. Kein Wunder das Trommeln mit afrikanischen Djembeln auch verstärkt in der Psychoonkologie Eingang hält. Das Trommeln in der Gruppe schafft es, ein verbindendes Gruppengefühl auszulösen. Die Niedersächsische Krebsgesellschaft schreibt in einem Newsletter: “Trommeln aktiviert die eigenen Heilungskräfte und kann die durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogene Psyche stabilisieren.”

Trommelworkshop_Krebsinformationstag
Daher bieten wir erstmals beim #Krebsinformationstag die Möglichkeit zum mittrommeln an. Hierfür konnten wir Hans Schneider aus Bad Oeynhausen gewinnen, der einige hundert Trommeln mitbringt. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen!

 

Termine:
- Hagener Krebsinformationstag am Fr. 21. August 2015 in der Stadthalle Hagen, nachmittags
- Duisburger Krebsinformationstag am 11. Sept 2015 Mercatorhalle
- Bielefelder krebsinformationstag am 23. Okt. 2015, Ravensberger Park

Weitere Infos: www.krebsinformationstag.de

Krebs und Armut – Krebsmagazin startet “Engel mit Herz” Projekt: “Auszeit für die Seele”

Experten weisen immer wieder darauf hin: Es gibt einen Zusammenhang von “Krebs und Armut”.Dank des Fortschritts in der Medizin überleben immer mehr Menschen ihr Krebsleiden, doch durch Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung erleben immer mehr Menschen, was es heißt mit wenigen hundert Euro den monatlichen Lebensunterhalt zu bestreiten. So auch unser Gäste, die seit Jahren keinen Urlaub mit ihren Kindern unternehmen konnten und für die wir vor Ort noch einige Überraschungen organisiert haben. Dank vieler “Engel mit Herz” wurde so diese Auszeit für die Seele für unsere Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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In diesen Tagen endet die Pilotphase des vom Krebsmagazin initiierten Projektes: “Auszeit für die Seele”. Drei mittellose Krebspatientinnen konnten mit einem Angehörigen beziehungsweise mit ihren Kindern eine Woche Urlaub in Ostfriesland machen. Das Krebsmagazin ermöglichte Ihnen die Unterbringung in einem ehemaligen Pfarrhaus und hat viele Mitstreiter gewonnen, die mit Freikarten und Essensgutscheinen, Wellnessangebot oder anderen  Überraschungspaketen mithalfen, dass der Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis für unsere Gäste wurde.

Ihr behandelnder Onkologe aus dem Ruhrgebiet wählte sie für diese Auszeit aus. In einem Vorgespräch konnten persönliche Eindrücke, Wünsche und Erwartungen sowie Infos über Ostfriesland gesammelt, ausgetauscht und Infomaterialien zur besseren Reisevorbereitung an unsere Gäste ausgehändigt werden.

Zwei unserer Gäste konnten einen Angehörigen finden, der die Hin- und Rückreise sowie die Mobilität vor Ort gewährleistete. Ein anderer Gast wurde durch den Verlag des Krebsmagazins persönlich nach Ostfriesland gebracht.

Interessierte können unter folgender Facebookseite weitere Infos zum Projektverlauf erhalten: (Wir freuen uns über jedes LIKE der Seite).

https://www.facebook.com/pages/Engel-mit-Herz/1681973325363707?ref=hl

Wir bedanken uns bei den vielen Unterstützern für Sachspenden und tatkräftige Unterstützung. Die Hilfsbereitschaft und die erlebte Gastfreundschaft in Ostfriesland ist einfach mehr als beeindruckend. Nach Abschluss der letzten Freizeit am kommenden Sonntag beginnt die Auswertung des Projektes.

Jeder der Krebs hat, kann gut einen Schutzengel gebrauchen, jeder kann aber auch ein Engel für einen anderen sein. Das Motto von “Engel mit Herz” scheint sich bewährt zu haben. Wir werden weiter berichten.

Tabuthema Peniskarzinom: Neue organerhaltende Therapiemethode verbessert Lebensqualität und sexuelle Zufriedenheit

Peniskarzinome sind in Deutschland selten, für die betroffenen Männer aber extrem belastend. Seit sich in den letzten Jahren eine möglichst organerhaltende operative Therapie durchgesetzt hat, bleiben den Patienten eine deutlich verbesserte Lebensqualität und sexuelle Zufriedenheit. Die weniger restriktive Operation erfordert aber, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) betont, eine erheblich intensivere Nachsorge und damit mehr Eigenverantwortung und Therapietreue der Männer.

Fotolia_38953636_Subscription_© GordonGrand - Fotolia.com Monthly_nur Mann Foto:  © GordonGrand – Fotolia.com
 „Die Entwicklung zur organerhaltenden Tumorchirurgie beim Peniskarzinom stellt für unsere Patienten einen großen Therapiefortschritt dar“, sagt Prof. Dr. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der DGU. Basierend auf den evidenzbasierten Leitlinien zur Therapie des Peniskarzinoms der European Association of Urology (EAU) wird seit 2010 – wenn möglich – mit einem geringeren Sicherheitsabstand zum Tumor operiert, sodass vielen Männern mit frühen Tumorstadien eine Penisteilamputation erspart bleiben kann. Wenn der Tumor noch nicht in die umliegenden Gewebe vorgedrungen ist, kann unter Umständen auch eine Lasertherapie oder eine Bestrahlung infrage kommen. „Im Gegensatz zur partiellen oder totalen Penisamputation bedeutet der Organerhalt eine enorme Entlastung für die Betroffenen. Sie können weiterhin sexuell aktiv sein und meist ohne Beeinträchtigung Wasser lassen“, erklärt Prof. Hakenberg. Die weniger radikalen OP-Verfahren bringen allerdings eine veränderte, engmaschige Nachsorge über mindestens fünf Jahre mit sich, um wiederkehrende Tumore, sogenannte Rezidive, rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die aktuelle EAU-Leitlinie sieht in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, danach halbjährliche Kontrollen vor. Treten bei einem Peniskarzinom Metastasen in den Leistenlymphknoten auf, werden diese entfernt, parallel mit einer Chemotherapie behandelt und in der Nachsorge ebenfalls streng kontrolliert.
„Die Patienten sind dringend aufgefordert, die Nachsorgetermine regelmäßig wahrzunehmen und sich selbst aufmerksam zu beobachten, auch auf kleine Veränderungen zu achten“, rät der DGU-Generalsekretär. „Hautveränderungen, Schwellungen oder Verhärtungen an Eichel oder Vorhaut könnten auf ein Rezidiv hindeuten.“ Symptome, die auch typisch für einen Primärtumor sind. Ausfluss, nässende Geschwüre oder Blutungen aus der Harnröhre können ebenso erste Anzeichen sein. Betroffene Männer bemerken zunächst meist schmerzlose Veränderungen der Haut oder an Größe zunehmende warzenartige Wucherungen. „Häufig vermuten Männer eine nicht heilende Wunde und lassen wertvolle Zeit verstreichen, bevor sie den Urologen aufsuchen“, warnt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch und erinnert an die jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen ab dem 45. Lebensjahr.

„Insbesondere bei einer Vorhautverengung (Phimose) kann sich bei Erwachsenen ein Peniskarzinom entwickeln, da die Entwicklung einer chronischen Entzündung karzinomfördernd ist“, sagt Prof. Kliesch. Wichtig sind eine gute Genitalhygiene und regelmäßige Selbstuntersuchung. „Bei Vorliegen einer ausgeprägten Vorhautverengung sollte diese operiert werden, was ambulant erfolgen kann“, so die DGU-Pressesprecherin. Es besteht auch ein Zusammenhang mit Infektionen durch das sexuell übertragbare Humane Papilloma-Virus (HPV). „Ungefähr bei der Hälfte der Peniskarzinome können HPV-Viren nachgewiesen werden. Daher vermutet man, dass diese zu 50 Prozent durch karzinogene HPV-Stämme verursacht werden“, so DGU-Generalsekretär Prof. Hakenberg.

 In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 600 Männer an Peniskrebs. Der Altersschwerpunkt liegt um die 60 Jahre, aber auch deutlich jüngere Männer sind betroffen. „Während besonders in Großbritannien zuletzt eine Zunahme auch bei jüngeren Männern verzeichnet wurde, gibt es für Deutschland bisher keine Zahlen“, sagt Prof. Hakenberg und betont die besondere Bedeutung organerhaltender Operationen gerade für jüngere Patienten. Dringenden Handlungsbedarf sieht der DGU-Generalsekretär gegenwärtig bei der Verbesserung der Therapie lymphknotenmetastasierter Stadien des Peniskarzinoms: „Dies kann nur durch eine multimodale Therapie erreicht werden. Eine Verbesserung der Chemotherapie ist dringend notwendig.“
Quelle:  Deutsche Gesellschaft für Urologie