| Patientenfrage: Kann Zungenkrebs mit intensitätsmodulierter Strahlentherapie behandelt werden? Dr. med W. Oehler, Klinik f. Radio- onkologie u. Strahlentherapie, Südharzkrankenhaus Nordhausen gGmbH Das biologische Verhalten einzelner Tumoren ist vom Ursprungsort der Geschwulst abhängig. Sehr unterschiedlich sind dabei die Lymphabflusswege der Kopf-Halsregion bei der jeweiligen Tumorerkrankung beteiligt. Es ergeben sich daraus häufig Zielvolumina (Gebiete, auf die die Strahlung zu konzentrieren ist), die hufeisenförmig strahlenempfindliche Gewebe (wie z. B. das Rückenmark im Verlauf der Wirbelsäule) umschliessen. Die Abbildung 1 stellt exemplarisch die Situation eines Zungengrundtumors dar. Rot ist die zu bestrahlende Region dargestellt (Tumor linksseitig mit Lymphabfluss auf beiden Halsseiten, nur die Lymphknoten hinter dem Unterkiefer brauchen nicht bestrahlt werden). Das strahlenempfindliche Rückenmark liegt zentral (hier ist höchstens 50 % der Tumordosis akzeptabel). Für die fatale Spätfolge Mundtrockenheit ist der Funktionsverlust der Speicheldrüsen durch die Strahlenbehandlung verantwortlich. Blau wurden hier deshalb die Ohrspeicheldrüsen markiert. Abb. 1Demgegenüber lässt IMRT zwei entscheidende Vorteile erkennen (Abb. 2):
Abb. 2Zwangsläufig wird das insgesamt zu einer erkennbaren Anhebung der schon heute erreichbaren Heilungsraten durch alleinige Strahlentherapie beim Zungengrundkarzinom führen. |